Mo, 18. Dezember 2017

Denkmalschutz

20.05.2009 10:29

Kein Sex im Garstener Häfn

Sie sind schon seit sechs Jahren verheiratet, doch der Mörder Horst G. (45) aus Sierning und seine Frau Sabine G. (27) konnten bisher nur unter Aufsicht Händchen halten und Küsse tauschen. Denn in der Justizanstalt Garsten, wo der „Lebenslängliche“ seit Jahren einsitzt, gibt es noch keine Kuschelzelle.

„Wir können nur Händchen halten und Küsschen geben, sitzen in einer Besucherzone mit zwei anderen Tischen und werden überwacht“, erzählt Sabine G., warum es mit ihrem Mann, dem Mörder Horst D. (45), seit sechs Jahren noch keine Hochzeitsnacht gab. Im Garstener Gefängnis gibt es nämlich keine Kuschelzelle. „Wir sind eben ein Kloster“, erklärt der Garstener Anstaltsleiter Norbert Minkendorfer augenzwinkernd, warum es in seinem Häfn kein "sündiges Separee" gibt. Allerdings nicht aus sittlichen Gründen, sondern weil für den Altbau der Denkmalschutz gilt.

„Es geht ja nicht nur um die Möglichkeit zur Zweisamkeit, sondern vor auch um Familienbesuche. Dafür müssen wir aber eine Art Wohnsituation schaffen. Das wird erst in geplanten Neubau möglich sein“, so Minkendorfer. Tatsächlich ist der unbeobachtete zwischenmenschliche Kontakt in der Kuschelzelle auch für die Justiz ein Drahtseilakt, besonders wenn Gewaltopfer aus Liebe mit dem Verbrecher doch wieder eine Beziehung aufnehmen wollen.

von Christoph Gantner, „OÖ-Krone“
Symbolbild

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