Fr, 27. April 2018

Vor Song Contest

16.05.2009 19:26

Moskaus Polizei löst Homosexuellen-Demo auf

Die russische Polizei hat am Samstag rund 20 Menschen festgenommen, die in Moskau für die Rechte von Homosexuellen demonstrierten. Etwa 15 Teilnehmer der verbotenen "Slavic Gay Pride", die "Homophobie ist eine Schande für Russland" und "Gleiche Rechte für alle!" gerufen hatten, wurden nach Korrespondentenberichten abgeführt. Fünf weitere Demonstranten, die mit Journalisten sprechen wollten, wurden ebenfalls festgenommen.

Unter den Verhafteten befand sich auch der Hauptorganisator der Proteste im Vorfeld des am Abend stattfindenden "Eurovision Song Contest", Nikolai Alexejew, sowie ein Schwulenaktivist aus den USA. Das Liederfestival, das traditionell viele Fans unter den Homosexuellen Europas hat, findet erstmals in Moskau statt.

EU-Grüne sprechen von Skandal
Der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im deutschen Parlament, Volker Beck, nannte "das Verbot des Gay Pride durch die Stadt Moskau und die Verhaftung friedlicher Demonstranten, die ihre Menschenrechte wahrnehmen", einen "Skandal". Die deutsche Bundesregierung müsse sich unverzüglich für ihre Freilassung einsetzen und sich nach ihrer Sicherheit in der Haft erkundigen, erklärte Beck in Berlin.

Der Bundestagsabgeordnete war im Mai 2007 gemeinsam mit anderen internationalen Schwulen-Aktivisten in Moskau vorübergehend festgenommen worden. Zuvor war er von Neonazis angegriffen und verletzt worden.

Lunacek: "Verhaftungen ein Skandal"
"Die Behörden in Russland sollten friedlich demonstrierende Lesben und Schwule, die für ihre Rechte kämpfen, schützen und nicht im Würgegriff abführen. Das Verbot des Gay Pride durch die Stadt Moskau und die Verhaftung der Demonstranten ist ein Skandal", kritisierte am Samstag die Nationalratsabgeordnete Ulrike Lunacek, Spitzenkandidatin der Grünen für die Europawahlen und Vorsitzende der Europäischen Grünen. Die Politikerin forderte in einer Aussendung Außenminister Michael Spindelegger auf, sich unverzüglich für die Freilassung der Verhafteten einzusetzen.

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