Mi, 25. April 2018

Aufstand der Indios

16.05.2009 09:14

Perus Indianer revoltieren gegen "Ausverkauf"

Die am Oberlauf des Amazonas lebenden Indianer in Peru haben der Regierung in Lima den Gehorsam aufgekündigt und einen Aufstand ausgerufen. Alberto Pizango (im Bild links), Präsident der Indianervereinigung AIDESEP, warf der Regierung am Freitag vor, "unser Land wegzunehmen und es an multinationale Konzerne auszuliefern". Bei dem seit April andauernden Konflikt geht es um ein Gesetz, das die Privatisierung von Gemeindeland im Dschungel ermöglicht.

Die Indianer lehnten es ab, die Autorität der Regierung weiter anzuerkennen, sagte Pizango nach dem Scheitern von Verhandlungen mit Kabinettsminister Yehude Simon. Stattdessen würden die Indianer wieder ihrem traditionellen Recht folgen, wie es von den Ahnen überliefert sei. Jede Anwesenheit von Regierungstruppen auf Indianerland werde als "Aggression von außen" betrachtet.

Freihandelsabkommen mit den USA
Der peruanische Präsident Alan Garcia hat ausländische Konzerne zur Erschließung von Ölvorkommen am Oberlauf des Amazonas eingeladen. Die Indianer beschuldigen die Regierung, sie habe dies forciert, ohne die indianischen Bewohner der Region vorher in Gespräche einbezogen zu haben. Neben der Förderung von Öl sollen ausländische Unternehmen nach dem Willen der Regierung auch in die Holzwirtschaft und den Bergbau investieren. Dabei geht es auch um die Umsetzung des Freihandelsabkommens zwischen Peru und den USA, das im Februar in Kraft getreten ist.

Aus Protest gegen die Erschließung ihres Lands haben die Bewohner schon seit mehreren Wochen Straßen, Flüsse und eine staatliche Ölpipeline blockiert. Nach Angaben der Indianervertretung AIDESEP (Asociacion Interetnica de Desarrollo de la Selva Peruana) haben sich mindestens 30.000 Bewohner von sechs Provinzen an den Protesten beteiligt. Jetzt seien die Indianer auf eine weitere Radikalisierung vorbereitet, sagte Pizango. Sie wollten ihr Land mit dem eigenen Leben verteidigen. Die Regierung hat auf die Proteste mit der Ausrufung des Notstands in vier Dschungelprovinzen reagiert.

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