Di, 17. Oktober 2017

Kranke Kassen

14.05.2009 13:15

OÖGKK erwartet heuer massives Defizit

Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) hat 2008 einen Jahresüberschuss von 2,3 Millionen Euro - 0,14 Prozent der Gesamteinnahmen - erzielt. Eine sehr gute Beitragsentwicklung und wirksame Steuerungsmaßnahmen bei den Ausgaben wurden als Gründe dafür genannt. Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) hingegen wies im vergangenen Jahr ein Defizit in der Höhe von 603 Millionen Euro auf. Laut aktuellen Prognosen wird für 2009 sowohl für die Wiener als auch für die Oberösterreichische Krankenkasse ein massives Defizit erwartet.

Die Erträge der OÖGKK legten im vergangenen Jahr um 6,65 Prozent zu. Vor allem die Beitragseinnahmen von Erwerbstätigen (plus 7,4 Prozent) und Pensionisten (plus 8,1 Prozent) seien im Mehrjahresvergleich überdurchschnittlich stark gestiegen, hieß es. Grund dafür sei nicht nur ein Zuwachs an Versicherten und deren Einkommen gewesen, sondern auch eine Beitragsanhebung um 0,15 Prozent.

Medikamente sind teurer als Ärzte
Auf der Ausgabenseite gelang es, die Steigerung der Versicherungsleistungen (plus 6,4 Prozent) unter dem Einnahmenplus zu halten. Einige Ausgabenpositionen wuchsen aber ebenfalls überdurchschnittlich stark. Der Kostenbereich der Arzneimittel habe der Kasse mit einem Plus von 8,2 Prozent sehr zu schaffen gemacht, erklärte Obmann Felix Hinterwirth. "Wir geben längst deutlich mehr für Pharmaprodukte aus als für Ärztehonorare." Die mit Abstand größte Aufwandsposition, die Überweisung an den Krankenanstaltenfonds, stieg im Vorjahr um 5,3 Prozent auf 502,9 Mio. Euro.

Wiener Krankenkasse ist nicht mehr finanzierbar
Der Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse Franz Bittner betonte schon mehrmals, dass die Wiener Gebietskrankenkasse aus eigener Kraft, d.h. aus den Beiträgen der Versicherten, nicht mehr finanzierbar ist und auch aufgrund der Veränderungen in der Arbeitswelt steuerfinanzierte Maßnahmen benötige. Für heuer erwartet Bittner ein Defizit von 648 Millionen Euro.

Heuer auch "massives Defizit" in OÖ erwartet
Für das laufende Jahr müssten bei den Arbeiterbeiträgen reale Rückgänge befürchtet werden, so der Obmann. "Oberösterreich wird von der aktuellen Wirtschaftslage besonders hart getroffen, da wir einen sehr hohen Anteil an Arbeitern haben, vor allem an Facharbeitern in der Industrie." In dieser Gruppe verzeichne die OÖGKK den stärksten Einbruch an Versicherten und Beiträgen. Man stehe laut Direktor Hans Popper aktuell bei einer Ergebnis-Prognose von minus 32,9 Millionen Euro für 2009. "Wir wissen bereits, dass wir durch Umschichtungen bei der Mehrwertsteuererstattung zusätzliche zehn Millionen Euro verlieren werden, was wir auf Basis der Rechnungsvorschriften aber noch nicht darstellen können."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden