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12.05.2009 13:27

"Er ist einfach verrückt geworden"

Ein 46-jähriger Maurer hatte sich am Dienstag wegen Stalking im Wiener Straflandesgericht zu verantworten, weil er seinen Ex-Freund über Monate hinweg mit bis zu 20 Anrufen pro Tag belästigt hatte. In der Verhandlung zeigte er sich zum Stalking geständig, lieferte sich mit seinem früheren Lover allerdings einen Disput darüber, wer mit wem Schluss gemacht habe.

Der Handwerker legte dar, er habe den 28-Jährigen in einer Disco kennengelernt und wäre dann eine "ernsthafte Beziehung" eingegangen. Diese habe er allerdings zu seinem Bedauern beenden müssen: "Er geht am Männerstrich, leider. Das habe ich nicht gewusst. Ich war wohl zu naiv."

"Er war zu eifersüchtig"
Der jüngere Mann reagierte empört. Alles nicht wahr, behauptete er: "Er war zu eifersüchtig. Er ist einfach verrückt geworden." Da habe er das Weite gesucht.

"Ich musste die Polizei holen und ihn abführen lassen"
Sein Ex-Freund habe das nicht verkraftet, ihn ständig am Telefon beleidigt und beschimpft, schilderte der 28-Jährige. Einmal sei er vor der Tür gestanden, habe geklopft und geläutet: "Ich musste die Polizei holen und ihn abführen lassen." "Oh Gott", seufzte da der Angeklagte eingedenk dieser ihn offenbar nach wie vor belastenden Erinnerungen.

Die Richterin fasste den Entschluss, das Strafverfahren diversionell und damit ohne Verurteilung zu erledigen: Der bisher unbescholtene Angeklagte sicherte zu, den 28-Jährigen weiter in Ruhe zu lassen - seit Erstattung der Anzeige kam es zu keinen unerwünschten Anrufen mehr -, im Gegenzug erklärte sich die Staatsanwaltschaft bereit, die Anzeige unter Setzung einer dreijährigen Probezeit zurückzulegen."

Symbolbild

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