Di, 23. Jänner 2018

Super-Racer

25.11.2009 14:23

BMW S 1000 RR: Blinzelt, aber drückt kein Auge zu

Blinzelt sie einem zu oder hat eine Seite eine Ladung Botox bekommen? BMW hat den mit Hochspannung erwarteten Superracer BMW S 1000 RR präsentiert, und der fällt nicht nur mit seinem ungewöhnlichen Gesicht auf: Sensationelle 193 PS bei einem Trockengewicht von nur 183! Auf Wunsch gibt es ein neu entwickeltes Race ABS sowie die Traktionskontrolle DTC (Dynamic Traction Control), dann stehen 2,5 kg mehr auf der Waage. Auch vom Feinsten: Die gesamte Elektronik lässt sich in mehreren Stufen auf die Bedürfnisse einstellen.

Seit Beginn dieses Jahres tritt das Team BMW Motorrad Motorsport in der Superbike-Weltmeisterschaft an, die neue S 1000 RR dient als Basis für die dem Reglement entsprechend seriennahen Rennmaschinen der beiden Werksfahrer Troy Corser und Ruben Xaus. Daher wurde das Bike auch auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke im königlichen Park zu Monza präsentiert. Auf den Markt kommt die BMW S 1000 RR hierzulande am 5.12.2009.

Motor mit Titanventilen
Bei dem wassergekühlten Vierzylinder-Reihenmotor handelt es sich um eine komplette Neukonstruktion mit einer Spitzenleistung von 142 kW (193 PS) bei 13.000/min. und einer Maximaldrehzahl von 14.200/min. Das maximale Drehmoment von 112 Nm wird bei 9.750/min erreicht. In Anlehnung an die BMW-Formel-1-Motoren werden die beiden aus leichtem Titan gefertigten Ein- und Auslassventile pro Zylinder für besonders gute Drehzahlfestigkeit über sehr kleine und leichte Einzelschlepphebel betätigt.

Der Alu-Brückenrahmen integriert den um 32 Grad nach vorn geneigten Motor als tragendes Element für optimale Verwindungssteifigkeit bei geringstmöglichem Gewicht. Die Führung des Vorderrads übernimmt eine Upside-down-Gabel mit üppig bemessenen 46 mm Standrohrdurchmesser, während eine aus Aluminium gefertigte Schwinge das Hinterrad aufnimmt. Die Aufgaben von Federung und Dämpfung übernimmt ein über einen Umlenkhebel angelenktes Zentralfederbein. Bei der Konstruktion des Rahmenhecks vertraut die S 1000 RR auf eine mit dem Rahmen verschraubte Schweißkonstruktion aus Leichtmetallprofilen.

Frei wählbare Motorcharakteristiken
Für unterschiedliche Einsatzspektren wie nasse Fahrbahn („Rain“), Straße („Sport“), Rennstrecke mit Supersportreifen („Race“) oder Rennstrecke mit Slicks („Slick“) stehen dem Fahrer individuelle, per Knopfdruck wählbare Motorcharakteristiken zur Verfügung. Race ABS und Traktionskontrolle sind zudem mit den jeweiligen Fahrmodi kombiniert und alles aufeinander abgestimmt. In den Modi „Race“ und „Slick“ ist die Hinterrad-Abhebe-Erkennung abgedreht. Das Race ABS bremst am Hinterrad leicht mit, wenn man am Bremshebel zieht, die Hinterradbremse bremst nur hinten. Das Gas funktioniert elektrisch (Ride-by-Wire)

Das geringe Gewicht kommt natürlich durch gefinkelten Leichtbau, der allerdings nicht ganz konsequent ist. Zwar ist etwa der Tank aus Alu, die Auspuffanlage aber aus Edelstahl. Da steckt also noch einiges an Potential für Modifikationen drin.

So nett die BMW S 1000 RR blinzelt – so wenig wird sie ein Auge zudrücken, wenn der Fahrer sie auf die Stecke lässt!

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