So, 22. April 2018

Flug "in die Sonne"

16.05.2009 20:53

Sensations-Foto der Raumfähre "Atlantis"

Ein riesiger Feuerball, davor ein winzig kleines Insekt, so wirkt das spektakuläre Foto, das dem französischen Hobby-Astronomen Thierry Legault in seinem Garten in Paris gelungen ist. Legaul ist Ingenieur. Er hat den Anflug des Shuttles zum Weltraumteleskop "Hubble" mit einem Spezialfilter fotografiert und auch den Moment festgehalten, als die "Atlantis" das Weltraumteleskop, an dem derzeit Arbeiten durchgeführt werden, eingefangen hat.

Die Reparaturarbeiten am Weltraumteleskop "Hubble" sind am Wochenende gut vorangekommen: Jeweils zwei Astronauten absolvierten am Freitag und Samstag mehrstündige Außeneinsätze, bei denen sie fast 600 Kilometer über der Erde neue Schwunggeräte (Gyroskope) für die Ausrichtung des Teleskops und einen neuen Spektrographen für bisher unerreichte Blicke auf schwach glimmende kosmische Objekte im Bereich der ultravioletten Strahlung montierten. Das aufgerüstete Teleskop soll bis 2014 die Kenntnisse über die Entstehung von Galaxien erweitern.

Altes Weltraumteleskop wird aufgerüstet
Die NASA-Astronauten John Grunsfeld und Drew Feustel hielten sich am Samstag sechs Stunden und 36 Minuten außerhalb der Raumfähre "Atlantis" auf. Sie beendeten den Einsatz früher als geplant. Es war der dritte von fünf Außeneinsätzen, die bei der aktuellen Mission vorgesehen sind, um das 19 Jahre alte Weltraumteleskop aufzurüsten.

Der 50-jährige Astronom Grunsfeld und der 43-jährige Geologe Feustel reparierten eine Kamera des Teleskops und installierten einen neuen Spektrographen, mit dem die Variationen beim Licht gemessen werden, um die Strukturen des Universums zu untersuchen. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch weiteren Aufschluss über die Entstehung von Galaxien.

Die Reparatur der Kamera war ein neuartiger Vorgang. Nie zuvor waren im All derartig kleinteilige Arbeiten ausgeführt worden, bei denen ein Gerät geöffnet und einzelne Teile ausgetauscht werden mussten. Die sogenannte Camera for Surveys war 2002 in Dienst gestellt worden. Fünf Jahre später ging durch einen Kurzschluss die Möglichkeit verloren, entfernte Galaxien zu beobachten.

Die beiden Astronauten Mike Massimino und Mike Good absolvierten am Freitag einen Außeneinsatz, bei dem sie unter anderem altersschwache Batterien austauschten. Der Einsatz wurde auf sieben Stunden und 56 Minuten verlängert, weil sich die Arbeiten als mühsam erwiesen.

"Macht weiter, das ist gute Arbeit"
"Manchmal kam es mir so vor, als kämpfte ich gegen einen Bären", sagte der 46-jährige Bordingenieur Massimino. Von der Bodenstation in Houston im US-Staat Texas kam die Antwort: "Wir wissen, dass das schwierig ist, aber macht weiter, das ist gute Arbeit." Beim ersten Außeneinsatz hatten Grunsfeld und Feustel am Donnerstag eine Kamera ausgetauscht sowie einen Computer und einen neuen Andock-Mechanismus an dem 19 Jahre alten Teleskop angebracht.

Insgesamt sind fünf Außeneinsätze geplant, um "Hubble" aufzurüsten. Seit dem Beginn der Mission sandte "Hubble" 750.000 Aufnahmen aus dem All zur Erde. Die Reparatur- und Modernisierungsarbeiten sollen die Lebensdauer des Teleskops um fünf Jahre verlängern. 2014 soll "Hubble" durch das leistungsfähigere Nachfolgemodell "James Webb" ersetzt werden. Wenn "Hubble" vollständig aufgegeben wird, will die NASA es gezielt in den Pazifik abstürzen lassen. Ein unkontrollierter Absturz wird für zu gefährlich gehalten, weil Teile in besiedeltem Gebiet aufschlagen könnten.

Die US-Raumfähre "Atlantis" war am Montag gestartet und am Mittwoch am Teleskop angelangt. Insgesamt soll die "Atlantis"-Mission elf Tage dauern. Für Montag ist der Austausch dreier weiterer Batterien geplant.

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