Fr, 27. April 2018

Irak-Soldat als Held

10.05.2009 18:27

"Totgesagter" Brite läuft Marathon in 13 Tagen

"Sie werden nie wieder gehen können", diese Diagnose erhielt der britische Soldat Phil Packer nach einem folgenschweren Unfall während eines Einsatzes im Irak. Ein Jahr später ist Major Packer auf dem besten Weg, ein Volksheld zu werden: Er bekämpfte die Lähmung, durchquerte im Februar mit einem Ruderboot den Ärmelkanal. Am Wochenende beendete er nach 13 Tagen Lauf den "Help For Heroes"-Marathon in London.

Jeden Tag bewältigte Packer, der sich nur mit Hilfe von Krücken fortbewegen kann, unter größter Anstrengung rund zwei Meilen der insgesamt 26 Meilen (42 Kilometer) langen Strecke. TV-Kameras und zahlreiche Fans begleiteten den 36-jährigen Major, der die Veteranen-Charity "Help for Heroes" unterstützt.

Im Dienst von Auto überrollt
Packer wurde im Februar 2008 bei einem Raketenangriff in der irakischen Stadt Basra lebensgefährlich verletzt. Er befand sich mit seinen Soldaten in Deckung hinter einer Sanddüne, als durch die Explosion ein Pkw ins Rollen geriet. Das Auto erwischte Packer, stieß ihn zu Boden und überollte ihn. Der Major wurde notoperiert und zurück nach England geflogen. Er spürte seine Beine nicht mehr und hatte die Kontrolle über Schließmuskel und Blase verloren.

Packer verbrachte vier Monate im Krankenhaus und danach noch unzählige Wochen in Therapie. Obwohl ihm die Ärzte immer wieder sagten, es bestehe kaum Hoffnung, dass er jemals wieder gehen könne, nahm Packer irgendwann die Krücken in die Hand - und stand auf. Zum Jahreswechsel fasste er während einer Trainingseinheit einen Entschluss: Mit drei sportlichen Höchstleistungen und einer Spendenkampagne will er eine Million Pfund für "Help For Heroes" aufbringen. Im Februar durchruderte Packer den Ärmelkanal, jetzt folgte der Marathonlauf und im Sommer will er den 1.000 Meter hohen "El Capital"-Felsen in Kalifornien emporklettern.

"Es ist Zeit, anderen zu helfen"
Packer dankte am Samstag dem britischen Verteidigungsministerium und dem "National Health Service" für die "hervorragende medizinische Versorgung". Er sei dankbar, aber es sei nun Zeit für ihn, anderen zu helfen. "Help for Heroes" unterstützt britische Kriegsveteranen, die nach einem Einsatz mit körperlichen und seelischen Behinderungen zu kämpfen haben. Als Veteran sieht sich Packer übrigens nicht: "Ich bin nach wie vor in der Army. Und ich werde mit Sicherheit in den aktiven Dienst zurückkehren!"

Ein Angebot für einen "Nebenjob" bekam Packer indes von Prinz Charles. Der Thronfolger würdigte das Engagement des Soldaten und bot ihm an, als Botschafter für seinen "Princes Trust", ein Charity-Fonds für Jugendliche, zu fungieren. "Sie sind ein Gewinn für unsere Armee", schrieb der Prinz in seinem Brief an Packer.

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