Mo, 23. April 2018

Glühbirnen inklusive

09.05.2009 18:58

Hans-Peter Martin feiert Wahlkampfauftakt

Für Hans-Peter Martin ist sie das Symbol "für den sinnlosen Regulierungswahn" der EU: die Glühbirne. Und so startete der EU-Parlamentarier am Samstag mit den vor der Abschaffung stehenden Glühlampen als Wahlhelfer am Wiener Naschmarkt in den Wahlkampf. Inhaltlich setzen Martin und sein Team auf eine Halbierung der Politikerposten innerhalb der EU, mehr Kontrolle von "Apparatschiks" und Volksabstimmungen zu "allen wichtigen Fragen".

Betont volksnah, den Pullover lässig um die Schultern gehängt, drängten sich Martin und die anderen Kandidaten seiner Liste - Martin Ehrenhauser, Robert Sabitzer und Angelika Werthmann - durch die Menschenmassen zwischen den Marktständen. Von den meisten wurden der Politiker und sein Tross wohl eher als Störung empfunden, einige begeisterte Martin-Anhänger fanden sich allerdings auch darunter.

"Unabhängig von Parteistrukturen"
Etwa jener Mann, der Martin überschwänglich zu seiner "Aufdeckertätigkeit" gratulierte. Es sei eine Katastrophe, "was in Österreich und der EU mit mündigen Bürgern getrieben wird". In die Politik könne nur gehen, wer korrupt sei. "Angepasst", schwächte Martin ab, betonte aber, dass er eben deshalb unabhängig von Parteistrukturen arbeite - auch wenn er dafür von manchen als Zwerg belächelt werde. Auf seiner Wahlwerbung kündigt Martin an, seine persönlichen Zulagen als EU-Abgeordneter nicht "Partei-Freunderln", sondern 15.000 Euro pro Monat von der Wirtschaftskrise betroffenen Menschen zukommen zu lassen.

Politikergehälter an Durchschnitt anpassen?
Ein anderer Marktbesucher versuchte Martin davon zu überzeugen, die Politikergehälter an die Wahlbeteiligung zu koppeln. Dieser will, dass ein Politiker "das durchschnittliche Gehalt seiner Region bekommt", nach konkreten Leistungen könne es angehoben werden. Und wenn 50 Prozent der "hoch bezahlten" Politiker eingespart würden, könne man allein in Österreich "100.000 vernünftige neue Arbeitsplätze schaffen".

Bei einer Frau traf Martin mit seinem Wahlgeschenk, der Glühbirne, einen Nerv. Fieberthermometer habe man wegen Quecksilber entsorgen müssen, aber die Energiesparlampe solle man trotzdem kaufen. "Ich habe mich entsetzlich geärgert, ich komme mir verarscht vor", so die Frau. Martin, der die "Bürgergespräche" für seine Liste quasi im Alleingang absolvierte, sicherte sie ihre "vollste Unterstützung" zu.

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