Mi, 13. Dezember 2017

Am Abstellgleis

07.05.2009 09:15

ÖBB sind Reisezüge wichtiger

Tausende Pendler auf der Westbahnstrecke sind verärgert. Weil Regionalzüge internationalen Garnituren die Vorfahrt lassen müssen, stehen "Bummler" oft länger als zehn Minuten in Stationen. "Eine Zumutung für alle, die abends endlich heimwollen", klagen Betroffene. Ein ÖBB-Sprecher: "Der Fernverkehr hat Vorrang."

"Nicht schon wieder ein Halt!" Immer öfter müssen Bahnpendler auf der Strecke von Wien nach St. Pölten längere Zwischenstopps in Kauf nehmen. Die Regionallinien werden von Reisezügen ausgebremst. Bis diese internationalen Garnituren vorbeigezogen sind, stehen die Signale für die müden Heimkehrer auf Rot.

Wartezeiten bis zu 14 Minuten
"Die unfreiwilligen Wartezeiten in den Stationen betragen bis zu 14 Minuten", ärgern sich viele Fahrgäste. Verständnis für die Betroffenen hat Gabriela Moser. Die Nationalrätin der Grünen ist ebenfalls oft per Bahn unterwegs. "Bei sorgfältiger Festlegung der Anschlusszeiten könnten diese Aufenthalte verhindert werden", sagt die Politikerin. Sie fordert rasch eine Änderung der Fahrpläne. Moser: "Schließlich zählt gerade für Pendler jede Minute."

Fernverkehr hat für ÖBB oberste Priorität
Die ÖBB winken aber ab. "Das hätte Auswirkungen auf Zugverbindungen in viele Länder. Für uns hat der Fernverkehr die oberste Priorität", betont ein Sprecher. Jene Fahrgäste, die tagtäglich in den Waggons sitzen, (ver-)schiebt man offenbar weiter aufs Abstellgleis...

von Christoph Weisgram, Kronen Zeitung
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