Fr, 24. November 2017

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06.05.2009 15:13

Englische Polizei begleitet Bankkunden

Eine ungewöhnliche Serviceleistung bieten zwei Polizeistationen im Londoner Umland an. Auf Wunsch begleiten die Beamten ängstliche Bürger auf dem Rückweg vom Bankomaten, um sie vor Überfällen zu schützen. Per Telefon-Hotline kann ein Termin ausgemacht werden. Doch die neue Dienstleistung stößt nicht nur auf positive Reaktionen.

Jeder, der schon einmal einen größeren Geldbetrag am Bankomaten behoben hat, kennt diesen Gedanken: "Was, wenn mich jemand beobachtet hat, mich auf dem Heimweg überfällt und das ganze Geld futsch ist?" Die Polizei in den englischen Ortschaften Wanstead und Snaresbrook hilft besorgten Bürgern jetzt mit einem neuen Service. Per Telefon können die Bewohner der beiden Städte einen Beamten zum Kreditinstitut ihrer Wahl bestellen. Auf dem Rückweg folgt der uniformierte Polizist dem Bankkunden dann mit wachsamem Blick. Das berichtete jetzt die englische Tageszeitung "Daily Mail".

Dabei ist die Kriminalitätsrate in den beiden Orten nicht einmal besonders hoch. "Wir liegen im Durchschnitt des Londoner Umlands, aber wir wollten den Bürgern zeigen, dass wir für sie da sind. Unser Angebot gilt für jeden, egal ob Geschäftsmann, Pensionist oder Teenager", so ein zuständiger Beamter. Ein paar andere Einschränkungen gibt es aber. "Der Termin muss zuvor telefonisch abgesprochen werden. Außerdem begleiten wir nur auf dem direkten Weg von der Bank nach Hause. Wer unterwegs noch einen Café trinken oder einen Einkaufsbummel einlegen möchte, muss leider auf unsere Dienste verzichten", so der Polizist.

"Polizei sendet bedenkliches Zeichen aus"
Zusätzliche Kräfte mussten für das Service nicht eingestellt werden. "Wir gehen sonst ja auch auf Streife. Wenn wir Bankkunden begleiten, dann sind in der Stadt genau so präsent wie zuvor, wir bieten also eine zusätzliche Sicherheitsleistung an, ohne eine andere einzuschränken", so der Sprecher.

Doch das sehen Kritiker des Begleitservices anders: "Ständig bekommen wir zu hören, dass die Polizei nicht genügend Personal hat, um ihre Arbeit zu erledigen, aber für solche Dinge ist dann auf einmal Zeit da. Die Beamten sollten liebe Jagd auf Drogendealer machen", sagt die konservative Abgeordnete Ann Widdecombe. Und Jenny Jones, eine hochrangige Polizeibeamtin aus London gibt zu bedenken: "Das Zeichen, das hier ausgesendet wird, ist bedenklich. Die Polizei vermittelt den Bürgern den Eindruck, dass sie sich alleine nicht mehr sicher auf der Straße bewegen können."

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