Di, 16. Jänner 2018

Bereit fürs Alter

07.04.2011 18:35

So findest du die richtige Pensionsvorsorge

Wir alle arbeiten unser Leben lang, um dann irgendwann in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Und trotz der Tatsache, dass die Pensionsproblematik immer wieder in aller Munde ist, ist vielen jungen Menschen nicht bewusst, dass sie dieses Thema einmal selbst betreffen wird. Denn wer will schon mit 60 Prozent seines Einkommens auskommen müssen? Die private Vorsorge wird daher immer wichtiger. krone.at erklärt, welche Modelle es gibt und was für dich geeignet ist.

Die Frage ist heute kaum mehr, ob man für die Pension vorsorgt, sondern nur noch wie. Denn die staatliche Versorgung ist aufgrund der Überalterung der Bevölkerung auf lange Sicht nicht die beste. Schließlich funktioniert unser Pensionssystem auf Basis eines Umlageverfahrens, das bedeutet, du zahlst nicht in deinen eigenen Pensionstopf ein, sondern finanzierst die Pensionen der aktuell in Pension befindlichen Menschen – deine Einzahlung wird somit unmittelbar ausgegeben.

Derzeit bezahlen zwei bis drei Erwerbstätige die Pension für einen Pensionisten. In 30 Jahren wird das Verhältnis in etwa bei 1:1 liegen – ein Erwerbstätiger muss die Rente eines Pensionisten finanzieren. Die Konsequenzen: höheres Pensionsantrittsalter und niedrigere Pensionen. Willst du daher verhindern, dass du dich in der Pension einschränken musst, gibt es nur eine Lösung: privat vorsorgen. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten, je nachdem, wie du ansparen möchtest und wie veranlagt werden soll.

Ansparvarianten
Natürlich kannst du in jeder beliebigen Form sparen, die dir in den Sinn kommt. Allerdings ist das Ansparen auf einem Sparbuch oder in reinen Wertpapierfonds als Pensionsvorsorge zu hinterfragen. Denn typischerweise erfolgt der Vermögensaufbau für die Pension in Form einer Versicherung – und das aus gutem Grund.

Oft soll mit der Pensionsvorsorge eine lebenslange Zusatzrente gesichert werden. Versicherungen zahlen lebenslange Renten – auch wenn dein Kapital aufgebraucht ist, wird weiter bezahlt. Bei Sparbüchern oder Wertpapierdepots lebst du von deinem Kapital, so lange welches da ist. Hast du deinen Topf leer geschöpft, dann bekommst du nichts mehr. Abgesehen davon hast du auf dem Sparbuch die Thematik, dass du mit einem Durchschnittszinssatz die Inflation nicht abdecken kannst. Bei reinen Wertpapierfonds hast du meist keine Garantie auf deine Einzahlung.

Versicherungslösungen bieten hierbei eine große Auswahl an Ansparvarianten. Sehr sicherheitsorientiert ist das Ansparen in klassischen Er-/Ablebensversicherungen. Diese bieten Kapitalgarantie und einen garantierten Rechnungszins von zwei Prozent zuzüglich Gewinnbeteiligung durch den Versicherungskonzern. Andere Tarife zahlen einen geringeren Rechnungszins, bieten dafür aber eine höhere Gewinnbeteiligung durch Aktienveranlagungen im Hintergrund. Natürlich kannst du auch im Versicherungsbereich in fondsbasierende Varianten oder Mischvarianten investieren. Rein fondsbasierende Tarife haben meist den Vorteil von geringeren Kosten, allerdings hast du keine Garantie – was gerade in unruhigen Zeiten für schlaflose Nächte sorgen kann.

Mischvarianten vereinen die Chance auf gute Erträge mit entsprechender Sicherheit für das einbezahlte Kapital. Eine derartige Mischform ist die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge. Hierbei hast du Kapitalgarantie auf deine Einzahlungen, allerdings keine Fixverzinsung. Dein Kapital arbeitet im Hintergrund nach gesetzlich festgelegten Kriterien im Wertpapierbereich – dafür bekommst du aber auf jeden Fall eine staatliche Förderung zwischen 8,5 und 13,5 Prozent und hast keinerlei Steuern zu tragen: keine Kapitalertragssteuer, Versicherungssteuer etc. Lass dir in jedem Fall genau erklären, wie dein Geld für dich arbeitet, damit du eine deinem Sicherheitsbedürfnis bzw. deiner Spekulationsneigung entsprechende Veranlagung bekommst.

Art der Auszahlung
Auch solltest du dir Gedanken darüber machen, wie du dein Geld in der Pension gerne zur Verfügung hättest. Denn bei manchen Modellen bist du dazu verpflichtet, dein Kapital als lebenslange Rente in Anspruch zu nehmen. Tust du das nicht, drohen Abschläge – wie beispielsweise bei der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge. Willst du dir das Kapital auf einmal auszahlen lassen, musst du die halbe staatliche Förderung zurückzahlen und die Erträge mit der Kapitalertragssteuer versteuern.

Ist dir Flexibilität wichtig, dann solltest du dich für einen Tarif entscheiden, den du wahlweise als Einmalauszahlung oder als lebenslange Rente beziehen kannst. Bei lebenslangen Renten solltest du darauf achten, dass die Sterbetafel des Jahres 2005 garantiert wird – das bedeutet, auch wenn die Lebenserwartung bis zu deinem Pensionsantritt weiter steigt, deine Rente wird auf Basis der Lebenserwartung von 2005 berechnet und ist damit höher.

Weiters kannst du diverse Zusatzversicherungen in deine Pensionsvorsorge einbauen: Unfallversicherung, Ablebensschutz, Pflegegeldversicherungen oder Versicherungen für Prämienübernahmen bei Krankheit, Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit oder Karenz. Lass dir in jedem Fall durchrechnen, wie eine eigenständige Versicherung gestaltet wäre – denn hier ist das Preis-Leistungs-Verhältnis oft deutlich besser als bei einem Zusatzbaustein.

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