Mo, 23. April 2018

Kuriosum in Wien

05.05.2009 14:42

Streithähne überleben Genickbruch und Herzstiche

Eine Wirtshausrauferei mit glücklichem Ausgang ist am Dienstag Gegenstand einer Verhandlung im Wiener Straflandesgericht gewesen: Laut Gerichtsmediziner hätte die Auseinandersetzung am 3. November 2008 im Normalfall mit zwei Toten enden müssen. Die beiden Kontrahenten waren in einem Lokal in Leopoldstadt aneinandergeraten und hatten dabei einen Genickbruch bzw. drei Stiche ins Herz erlitten. Dessen ungeachtet hinterließen ein 74-Jähriger und der 33-jährige Angeklagte - er muss sich wegen schwerer Körperverletzung verantworten - bei der Verhandlung einen "pumperlg'sunden" Eindruck.

Die Auseinandersetzung hatte sich daran entzündet, dass der Jüngere an der Bar dem Pensionisten den Rauch seiner Zigarette ins Gesicht blies und ihn anstänkerte. Nach wechselseitigen Beschimpfungen kam es zu Handgreiflichkeiten, wobei der 74-Jährige zu Boden ging und dabei mit voller Wucht mit dem Hinterkopf gegen die Lehne einer Bank krachte.

Pensionist rammt Gegner Messer in die Brust
Der 33-Jährige trat auf den am Boden liegenden Mann ein und machte sich über sein Alter lustig ("Warum ist der eigentlich net am Zentralfriedhof?"). Daraufhin rappelte sich der Pensionist auf und rammte seinem Gegner ein Messer in die Brust.

Drei Stiche in die Herzregion
Laut gerichtsmedizinischem Gutachten trafen die Stiche jeweils die Herzregion, doch dem jüngeren Mann konnte dank rascher ärztlicher Hilfe das Leben gerettet werden. "Er hat wirklich ein Massel gehabt", stellte Gerichtsmediziner Christian Reiter nun im Prozess gegen den 33-Jährigen fest.

Halswirbel gebrochen
Dass jener dem nicht minder glücklichen 74-Jährigen nämlich ebenfalls eine lebensbedrohliche Verletzung zugefügt hatte, stellte sich erst drei Wochen nach der Tat heraus. Der wegen versuchten Mordes in U-Haft genommene Pensionist klagte im Gefängnis über starke Halsschmerzen. Bei einer Untersuchung trat zutage, dass der zweite Halswirbel gebrochen war.

Bereits leichter Schlag hätte tödliche Folgen gehabt
Laut medizinischem Sachverständigen wäre der 74-Jährige unweigerlich gestorben, "wenn sich das Ganze nur einen Millimeter verschoben hätte". Bereits ein leichter Schlag gegen den Hinterkopf hätte tödliche Folgen gehabt.

Prozess vertagt
Der Prozess gegen den 33-Jährigen, dem die Anklage schwere Körperverletzung vorwirft, wurde zur Einvernahme weiterer Zeugen vertagt. Der 74-Jährige muss am 15. Mai wegen Mordversuchs vor Geschworene.

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