Sa, 20. Jänner 2018

"Fans laufen weg"

04.05.2009 14:28

Katzenjammer nach der 0:6-Schlappe

Mit der bösen 0:6-Schlappe bei Red Bull Salzburg ist Austria Kärnten am traurigen Höhepunkt der sportlichen Talfahrt angelangt. Eine tolle Herbstsaison, in der sogar vom Europacup geträumt werden durfte, ist im Frühjahr kaputt gemacht worden. In Salzburg erwiesen sich Kärntens Kicker als Statisten und nicht als Profis. Frenkie Schinkels ist bitter enttäuscht und will ab sofort keine Interviews mehr geben: "Jetzt muss der Frenkie Schinkels die Pappen halten."

Während sich Salzburg beim 6:0-Erfolg am Sonntag in meisterlicher Form präsentierte, boten die Klagenfurter vor allem in der zweiten Hälfte ein jämmerliches Schauspiel. Austria Kärnten, in der Tabellenmitte "einzementiert", scheint in Agonie verfallen zu sein.

Mair verbittert: "Besser keine Lizenz für uns"
Äußerst verbittert zeigte sich danach Wolfgang Mair: "Nach diesem Spiel ist es besser, wenn wir die Lizenz nicht bekommen", lautete die provokante Ansage des Stürmers, der klarstellte: "Die Spieler sind nicht mehr bei der Sache."

"Leute laufen uns alle weg"
Den Vorstand forderte er auf, "endlich Nägel mit Köpfen" zu machen: "Er soll endlich eine Mannschaft für die nächste Saison zusammenstellen. Es heißt immer, es ist alles super und bestens, aber dann bekommen wir die Lizenz nicht", monierte Mair und bedauerte auch die Fans: "Die Leute laufen uns alle weg, das Stadion ist fast leer. Wir schaffen es nicht, die Fans zu begeistern."

Schinkels verpasst sich Maulkorb
Die verweigerte Lizenz für die kommende Saison und der bevorstehende personelle Aderlass trifft insbesondere Frenkie Schinkels. "Wir haben 15 auslaufende Verträge, das ist schwierig", so der Trainer und Sportdirektor in Personalunion, der sich bis Saisonende sogar ein Interviewverbot auferlegte - beim redseligen Austro-Niederländer ein starkes Signal.

Und doch kamen ihm nach dem Spiel einige Sager von den Lippen, die Kärntens Fußballfans unter die Haut gehen müssen. Die Situation beim Club sei "beschissen", so Schinkels, "weil es auch wichtig wäre, für die kommende Saison für die Fans etwas zu tun, dass diese zum Beispiel Abos kaufen."

Im Herbst noch zweimal strahlender Sieger über Fast-Meister Salzburg, konnte Austria Kärnten aus den vergangenen sechs Spielen nur einen einzigen Zähler holen. In den abgelaufenen vier Partien wurde nicht einmal ein Treffer erzielt. Bezeichnend.

Paukenschlag nach nur 158 Sekunden
Das Sonntag-Spiel in Salzburg begann schon mit einem Paukenschlag. Nach Vorarbeit von Boussaidi netzte der im Strafraum vernachlässigte Janocko nach einem Haken ins kurze Eck ein (2.)

Kurz vor der Pause folgte das 2:0. Tchoyi, von Bodnar schön freigespielt, schoss mit einem gefühlvollen Heber via Innenstange direkt ein (45.).

Einstige Leistungsträger nur noch Stand-Fußballer
Kurz nach Wiederbeginn die Vorentscheidung: Tchoyi setzte sich an der linken Flanke durch, seinen Stanglpass musste Janko nur noch zum 3:0 über die Linie drücken (49.).

Eine demotivierte und hilflose Kärntner Elf ging in der Folge regelrecht unter. Sogar einstige Leistungsträger, die jedoch bald bei anderen Vereinen unterkommen werden, gaben sich auf.

Die Salzburger schalteten und walteten bis zum Abpfiff nach Belieben. Das 4:0 leitete Aufhauser mit einem Lochpass auf Janocko ein, der vorbei an Schranz zum 4:0 einschob (57.).

Schranz war noch bester Kärntner
Janko nutzte in der 70. Minute einen Abpraller zu Saisontreffer 37, Kärnten-Goalie Schranz war dennoch mit Abstand bester Mann seines Teams und verhinderte weitere Treffer.

In der 91. Minute durften die Gastgeber ein sechstes Mal jubeln, nach Hereingabe von Janko musste Aufhauser nur noch den Fuß hinhalten. Ein bitteres Ende eines bitteren Sonntagnachmittags.

"Mannschaft mit Gedanken irgendwo anders"
Kärnten-Coach Frenkie Schinkels war nach Schlusspfiff zu Recht enttäuscht: "Das war sehr deprimierend. Ich nehme die Niederlage auf mich. Ich werde bis zur nächsten Saison keine Interviews mehr geben, sondern die Ärmel aufkrempeln. Dann bin ich wieder frisch, und dann geben wir wieder Vollgas."

Und weiter: "Es ist unheimlich schwer, eine Mannschaft zu erreichen, die mit den Gedanken irgendwo anders ist. Ich bin angefressen. Die Freude habe ich schon nach der Winterpause etwas verloren. Jetzt muss der Frenkie Schinkels die Pappen halten."

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