Di, 17. Oktober 2017

K(r)ampf um Mercy

04.05.2009 21:17

Urteil zu Madonnas Adoptionswunsch vertagt

Im Tauziehen um den jüngsten Adoptionswunsch von Popsängerin Madonna in Malawi hat das Oberste Gericht des ostafrikanischen Landes seine Urteilsverkündung vertagt. Bei der Anhörung am Montag hatten Madonnas Anwälte das Gericht zuvor zu überzeugen versucht, dass eine Richterin in erster Instanz das Adoptionsgesuch des Stars zu Unrecht abgewiesen hatte. Der genaue Termin für die Urteilsverkündung wurde nicht genannt.

"Ich werde den Fall auf einen späteren Zeitpunkt vertagen, zu dem das Urteil gesprochen wird", sagte Richter Lovemore Munro. Anfang April hatte ein Gericht den Antrag der Sängerin zur Adoption der dreijährigen Chifundo "Mercy" James abgelehnt. Dagegen war Madonnas Anwaltsteam in Berufung gegangen.

Gericht hört Anwaltsteam der Popdiva an
Das Oberste Gericht bekräftigte während der Anhörung, dass nach malawischem Recht adoptionswillige Ausländer zunächst mindestens 18 Monate in dem Land leben müssen, bevor sie ein Kind annehmen können. "Wir geben keine Kinder zu irgendwelchen Leuten, die vorbeikommen, ohne deren Hintergrund zu kennen", sagte Richter Munro. Der malawische Verfassungsexperte Modecai Msiska drängte das Gericht dagegen im Namen Madonnas, das Wohlergehen und das "beste Interesse" des Kindes zu berücksichtigen.

Vater von Mercy legt sich quer
Am Wochenende hatte sich der angebliche Vater der kleinen Chifundo zu Wort gemeldet und die Adoption des Mädchens durch die Sängerin abgelehnt. Stattdessen wolle er selbst für das derzeit in einem Waisenhaus lebende Kind sorgen, sagte der 24-jährige James Kambewo der Nachrichtenagentur AFP.

Er sei in der Lage, sich selbst um die Vierjährige zu kümmern. Er habe seine Tochter noch nie getroffen und kenne nur ihr Bild aus den Zeitungen und dem Fernsehen, sagte Kambewa außerdem in einem Interview, mit dem US-Fernsehsender CBS

Madonna hatte im Oktober 2006 bereits den heute dreieinhalbjährigen David aus Malawi zu sich genommen. In klarem Widerspruch zu den malawischen Adoptionsgesetzen durfte sie David damals mit sich nach Großbritannien nehmen, ohne die geforderten 18 Monate im Land zu verbringen. Der Fall David löste heftige Kontroversen aus: Der Sängerin wurde vorgeworfen, ihren Ruhm und Reichtum auszunutzen, um das Adoptionsverfahren zu beschleunigen. Die Popdiva entgegnete, sie habe David aus dem Elend gerettet.

Malawi eines der ärmsten Länder der Welt
Das ostafrikanische Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, mehr als die Hälfte der zwölf Millionen Bewohner leben von weniger als einem Dollar am Tag. Madonna hat ein geschätztes Vermögen von mehreren hundert Millionen Dollar. Mit ihrer Stiftung Raising Malawi unterstützt sie Waisenkinder in dem Land.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden