Sa, 20. Jänner 2018

Schweinegrippe

03.05.2009 11:43

Bauer in Kanada steckt seine Schweine an

In Kanada hat ein Landwirt seine Schweine mit dem Schweinegrippe-Virus angesteckt. Die kanadischen Gesundheitsbehörden teilten am Samstag (Ortszeit) mit, der betroffene Landwirt aus der Provinz Alberta, der erst kürzlich von einem Mexiko-Aufenthalt zurückgekehrt sei, habe das Virus vom Typ H1N1 auf seine Schweine übertragen.

Der Mann sei inzwischen genesen, die Schweine seien unter Quarantäne gestellt worden. Es bestehe keine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit, hieß es weiter.

Nach Angaben der kanadischen Regierung haben sich in Kanada 85 Menschen mit dem Influenza-Virus vom Typ A (H1N1) infiziert. Da sich Schweine auch mit menschlichen Influenza-Viren oder der Vogelgrippe infizieren können, könnten sich in den Tieren neue Viren mischen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es aber keinen Anlass für die Befürchtung, dass das Virus durch den Verzehr von Schweinefleisch übertragen werden kann.

Weltweit mehr als 800 Menschen infiziert
Angesichts der weiteren Ausbreitung der Schweinegrippe hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu anhaltender Wachsamkeit aufgerufen. Es wäre unvorsichtig, sich bei dem schnell mutierenden Erreger von der bisher geringen Zahl der Todesopfer beruhigen zu lassen, erklärte der WHO-Direktor für das globale Warnsystem, Mike Ryan.

Weltweit wurden inzwischen mehr als 800 Infektionen bestätigt, die meisten in Mexiko. Die Zahl der bestätigten Todesopfer in Mexiko stieg auf 19. Bei elf weiteren Todesfällen seit Freitag sei die Schweinegrippe als Ursache noch nicht sicher bestätigt, sagte Gesundheitsminister Jose Angel Cordova. Im ganzen Land blieben am Wochenende öffentliche Einrichtungen und Unternehmen geschlossen. Alle 176 Fußballspiele mussten ohne Zuschauer ausgetragen werden.

226 bestätigte Fälle in den USA
Die Zahl der bestätigten Fälle von Schweinegrippe in den USA ist am Sonntag auf 226 gestiegen. Betroffen sind 30 der 50 US-Staaten. Wegen der Epidemie sind mittlerweile 480 Schulen geschlossen, rund 245.000 Schüler haben schulfrei. Die Krankheit hat in den USA bisher einen Menschen das Leben gekostet. Bei dem Toten handelt es sich um einen 23 Monate alten mexikanischen Buben, der mit seinen Eltern nach Texas gereist war und dort verstarb.

Präsident Barack Obama verteidigte angesichts der bedrohlichen Konsequenzen einer Ausbreitung der Schweinegrippe das entschlossene Handeln seiner Regierung. Er hat beim Kongress die Freigabe von 1,5 Milliarden Dollar beantragt, unter anderem für den Kauf von Medikamenten. Rund zwölf Millionen Packungen entsprechender Grippepräparate wurden bereits an die Staaten verteilt.

Nach dem ersten Schweinegrippe-Fall in China wurden alle Flüge aus Mexiko ausgesetzt. Das Hotel, in dem der erkrankte Tourist aus Mexiko in Hongkong abgestiegen war, wurde mit seinen 350 Gästen für sieben Tage unter Quarantäne gestellt. Die rund 130 Passagiere, die im gleichen Flug wie der Grippepatient nach China gekommen waren, wurden ebenfalls für eine Woche isoliert. Singapur beschloss, alle aus Mexiko ankommenden Passagiere pauschal für eine Woche unter Quarantäne zu stellen.

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