Mo, 22. Jänner 2018

Aktion scharf

01.05.2009 11:47

Aus dem Dealer-Mekka

Die Grazer Exekutive startet jetzt eine Aktion scharf auf dem Hauptplatz. Werner Jud, Leiter der Grazer Kriminalpolizei, im "Steirerkrone"-Interview über Kritik aus der Bevölkerung, fehlende Personal-Kapazitäten, ein Verbot von Substitol, langwierige Ermittlungsarbeiten und die Unmöglichkeit, das Drogenproblem in Graz ein für alle Mal zu lösen...
Offene Drogen-Deals, Pöbeleien, schuldlose Jugendliche, denen Stoff angeboten wird - die Situation auf dem Hauptplatz ist unhaltbar.
"Wir starten eine Offensive und werden verstärkt kontrollieren; übrigens auch im Volksgarten. Ein Problem ist, dass wir bei geringen Mengen von Substitol oder Tabletten nur eine Anzeige machen können und die Leute dann gehen lassen müssen. Ich verstehe, dass die Situation für die Grazer ein Problem ist."

Die Polizei steht aber in der Kritik, dass sie zu wenig tun würde.
"Es ist nicht so, dass wir nichts tun. Eine Präsenz rund um die Uhr ist aber einfach nicht möglich. Unsere Ermittlungsarbeit ist auch langwierig. Wir sammeln Beweise und versuchen, an die Hintermänner heran zu kommen."

Das Hauptproblem auf dem Hauptplatz ist das Drogenersatzpräparat Substitol.
"Das Mittel gehört verboten. Es gibt überhaupt nur mehr zwei Länder in Europa, wo es noch erlaubt ist."

Wie lange wird die verstärkte Präsenz auf dem Hauptplatz dauern?
"Den ganzen Sommer über. Aber ich sage allen Grazern ganz klar: Vollkommen lösen können wir das Drogenproblem niemals. Dealer und Süchtige wird es immer geben."


Wenn die Polizei eine Hauptplatz-Initiative startet, dann ist das zu begrüßen. Allerdings: Solche Aktionen gab es in den vergangenen Jahren immer wieder, dennoch ist der Hauptplatz weiterhin öffentlicher Treffpunkt für Dealer, "Alkis" und Randalierer. In Wahrheit hat sich die Situation sogar zugespitzt. Es braucht nachhaltige Lösungen - für die Grazer, die sich auf dem Hauptplatz aufhalten, aber auch für die Süchtigen.

von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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