Fr, 24. November 2017

Trotz Riesenerfolgs

28.04.2009 08:11

Gymnasien verweigern Neue Mittelschule

Der Kampf um die „Neue Mittelschule“ wird auf Biegen und Brechen geführt. Zwei Linzer Hauptschulen starten im Herbst das Versuchsprojekt, mussten aufgrund der großen Nachfrage sogar 50 Schüler abweisen. Vier weitere Hauptschulen möchten nachziehen, doch die Gymnasien verweigern die Zusammenarbeit.

Der stille Boykott der Gymnasien ist zwar verständlich, da es bei ihnen langfristig um die Existenz geht, doch der Linzer Stadtrat Johann Mayr hält diese „Blockadepolitik“ für ein demokratiepolitisches Desaster: „Es kann nicht sein, dass die Gymnasien die Entwicklung der Neuen Mittelschule ausbremsen wollen.“

21 Hauptschulen, aber nur zwei Gymnasien machen mit
In Oberösterreich beteiligen sich im kommenden Schuljahr 21 Hauptschulen an dem Reformprojekt, aber nur in Wels gibt es zwei Gymnasien, die eine Schulpartnerschaft eingehen. Die Linzer Hauptschule 3 hat die HTL in der Paul-Hahn-Straße und die Hauptschule 17 die Handelsakademie Rudigierstraße als Partner.

Begeisterung und Riesenandrang
Bei den beiden Schulleitern ist die Euphorie jedenfalls groß. Für die jeweils drei ersten Klassen haben sich 75 Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet eingeschrieben, 50 Schüler mussten abgewiesen werden. Direktor Günther Schüttengruber von der HS 17: „Die Zustimmung zur Neuen Mittelschule ist so hoch, weil sie sehr viele Eltern als eine Entlastung empfinden.“

Direktor Günther Schüttengruber im Interview
Der 50-jährige Direktor der Linzer Hauptschule 17, der Dr.-Karl-Renner-Schule, freut sich richtig auf den Beginn der "Neuen Mittelschule".

Welche Kinder haben sich bei Ihnen für die neue Mittelschule angemeldet?
Schüttengruber: "20 Prozent könnten gleich direkt ins Gymnasium gehen, weitere 20 Prozent würden dazu einen Konferenzbeschluss der Volksschule brauchen, und 35 Prozent wurde die gymnasiale Reife nicht attestiert, sie weisen aber in Teilbereichen gute oder sehr gute Leistungen auf. Und diese Kinder wollen wir nach vorne bringen!"

Sie haben auch die Eltern nach ihren Motiven für die Anmeldung befragt?
Schüttengruber: "Am wichtigsten ist ihnen, dass auf die unterschiedlichen Leistungsniveaus Rücksicht genommen wird. Der Schulabschluss soll alle Möglichkeiten für die Berufswahl bieten. Und Begabungen und Interessen sollen besser gefördert werden."

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