Do, 14. Dezember 2017

Scheue Wildkatzen

23.04.2009 13:25

Projekt soll Tiere zählen und Überleben sichern

In den Bezirken Steyr-Land und Kirchdorf an der Krems - Heimat des "Nationalpark Kalkalpen" - startet ein einzigartiges Projekt: Das "Luchs-Monitoring" soll Nachweise für die Existenz dieser extrem scheuen Wildkatzen sammeln. Ziel ist es, eine überlebensfähige Population zu schaffen.

Der Luchs ist ein EU-weit geschütztes Tier. Die für Menschen ungefährliche Katzenart gehört nach Ansicht von Fachleuten in die heimischen Wälder. Österreich sei verpflichtet, den Luchs in einem "günstigen Erhaltungszustand" zu bewahren, beziehungsweise diesen wiederherzustellen.

Niemand weiß, wie viele Tiere es gibt
Die aktuelle Situation des Luchses im österreichischen Alpenraum ist schwer einzuschätzen, weil die bisherigen Nachweise nur auf Zufallsbeobachtungen beschränkt sind. Ein systematisches Monitoring gab es bisher in weiten Teilen Österreichs nicht. Nachweise sind auch nicht einfach, weil Luchse jeweils ein Revier von rund 100 Quadratkilometern haben und weit herumstreifen.

Luchse im Mühlviertel und in den Kalkalpen
Im Nationalpark Kalkalpen ist seit elf Jahren die Existenz eines Tieres bekannt. Auch in anderen oberösterreichischen Bezirken, vor allem im Mühlviertel, wurden Spuren von Luchsen gefunden.

Verstärkung aus der Schweiz
Der Nationalpark hat schon erwogen, seinen Luchs-Bestand mit zwei Wildfängen aus der Schweiz zu verstärken. Dazu wurde eine Arbeitsgemeinschaft "Luchs OÖ. Kalkalpen" (LUKA) gegründet. Darin arbeiten neben dem Nationalpark unter anderem Vertreter der Wissenschaft, des Naturschutzbundes und des WWF, der Bundesforste, des Landesjagdverbandes und der Bauernschaft zusammen. Damit soll sichergestellt werden, dass alle "Betroffenen" zu "Beteiligten" werden und in einem Boot sitzen. Ihr Ziel ist, ein dauerhaftes Überleben der Luchs-Population in den nördlichen Kalkalpen sowie ihre Vernetzung mit jener nördlich der Donau sicherzustellen.

Junger Luchs mit Sender versehen
Im Jänner ist aber überraschend im Bezirk Kirchdorf zusätzlich ein Jungtier in einer Kastenfalle gefangen worden. Es wurde untersucht und mit einem Sender ausgestattet wieder in die freie Wildbahn entlassen. Jetzt soll zwei Jahre lang untersucht werden, wie viele Luchse sich tatsächlich im Nationalpark und dessen Umgebung aufhalten und ob ihre Fortpflanzung möglich ist. Dazu wird die Jägerschaft ihre Beobachtungen verstärken, außerdem sollen Fotofallen installiert werden. Erst wenn sich keine Hinweise auf weitere Luchse und ihre Reproduktion finden, sollen weitere Tiere angesiedelt werden.

Symbolbild

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