Mo, 18. Dezember 2017

Was Pendler ärgert

21.04.2009 13:52

Kritik an Verspätungen und Preisen bei Öffis

Rund 200.000 Beschäftigte aus Niederösterreich und dem Burgenland kommen zur Arbeit nach Wien. Verärgert sind die Pendler vor allem über Verspätungen im Öffentlichen Verkehr und mangelhafte Informationen, wie eine Umfrage der Arbeiterkammer ergeben hat. Rund 70 Prozent halten außerdem ihre Arbeitswegkosten für "hoch" bis "zu hoch", so AK-Präsident Herbert Tumpel am Dienstag.

64 Prozent der insgesamt 553 befragten Bahnpendler sagen, über Verspätungen oder Störungen werde nur mangelhaft informiert. Weitere 60 Prozent stören die Verspätungen und Nichteinhaltungen des Fahrplans an sich, über 40 Prozent bemängeln laut Umfrage generell ein zu geringes Zug- und Busangebot in ihrer Wohnregion - unter den insgesamt 136 befragten Pkw-Pendlern sind es 37 Prozent.

Umstieg bei attraktiven Angeboten
Im Schnitt zahlen Betroffene 25 Euro pro Woche für die Bahn und 50 Euro pro Woche für das Auto. Rund zwei Drittel der Pendler verdienen zwischen 900 und 2.000 Euro im Monat, Zugbenutzer sind laut AK eher in den unteren Einkommensschichten zu finden. Etwa 40 Prozent der Pendler suchen nach Möglichkeiten, die Kosten zu senken: 19 Prozent der Pkw-Pendler würden nach Angaben Tumpels auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, wenn die Angebote von Bus und Bahn attraktiver würden. Elf Prozent denken sogar an einen Arbeitswechsel.
 
Gegen Tariferhöhung der ÖBB
Die AK fordert einen Schutzschirm für Pendler: So dürfe es zum Beispiel die geplante Tariferhöhung bei der ÖBB im Sommer nicht geben, meinte Tumpel. Rund 55 Millionen Euro zusätzlich von Bund und Ländern würden die Mehreinnahmen durch die Tariferhöhung ausgleichen. Außerdem sollen die bisherigen Freibeträge in Absetzbeträge umgewandelt werden, damit alle Pendler unabhängig vom Einkommen denselben Betrag für eine bestimmte Wegstrecke bekommen.
 
Fahrplan-Angebote verbessern
Über Infoscreens an Bahnhöfen, einer Pendler-Hotline und mehr Personal in den Fahrzeugen sollte die Fahrgastinformationspolitik verbessert und bereits ab dem heurigen Sommer bessere, auf Berufspendler abgestimmte Fahrplan-Angebote erstellt werden.
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