So, 17. Dezember 2017

Frau narrt Justiz

11.04.2009 12:49

Millionenbetrügerin aus OÖ in Deutschland gefasst

Sie prellte in Oberösterreich Senioren um eine Million Euro, wurde dafür zu sieben Jahren Haft verurteilt – und konnte entkommen, weil sie die Linzer Justiz mit vorgetäuschten Krankheiten narrte. Oberösterreichische Zielfahnder schnappten die 50-jährige Betrügerin nach acht Monaten Ermittlungsarbeit nun in Köln.

Seit 1998 hatten Katalina C., Lebensgefährte Wilhelm V. sowie deren Familienclan einer ethnischen Minderheit vor allem Senioren ausgenommen: Sie waren an Listen von Reisenden gelangt, die in der Türkei Teppiche gekauft hatten, nahmen Kontakt auf, erschlichen sich das Vertrauen der Opfer und kamen dann mit finanziellen Notlagen wegen Krankheit oder Operation daher. Katalina C. gaukelte aber auch bevorstehende Erbschaften vor, ließ Komplizen als Notare anrücken, die das beglaubigten. Und die Opfer rückten gutgläubig Geld heraus – in Einzelfällen bis zu 100.000 Euro.

Frau narrte Linzer Justiz und entkam
Die Machenschaften flogen auf, Katalina C. wurde zu insgesamt sieben Jahren, ihr Gefährte Wilhelm V. (300.000 Euro Schaden) zu einem Jahr Haft verurteilt. Durch Vortäuschung von Klaustrophobie und Ähnlichem entging die Frau immer wieder der Haft, bis heimische Gutachter ihre Tricks widerlegten. Da suchte sie das Weite.

Zielfahnder jagten sie acht Monate lang
In Wien entkam sie einmal der Verhaftung durch ein Mauerloch hinter einem Schrank, in Köln war nun nach acht Monaten Flucht Endstation: Trotz ständigem Handywechsel und Pseudonymen konnten sie oberösterreichische Zielfahnder nun dort ausforschen und festnehmen.

von Johann Haginger, OÖ Krone
Symbolbild

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