Sa, 18. November 2017

„Eyeborg“

12.03.2009 12:11

Einäugiger will sich Kamera-Auge einsetzen lassen

Die Welt aus einer Perspektive zu zeigen, wie es noch niemand zuvor getan hat, das hat sich der einäugige Filmemacher Rob Spence aus Kanada zum Ziel gesetzt. Ermöglichen soll ihm dies eine winzig kleine Kamera, die sich der 36-Jährige in seine leere Augenhöhle einsetzen lassen möchte.

In Folge eines Unfalls mit einer Schrotflinte im Alter von 13 Jahren musste Spence sein rechtes Auge entfernen lassen. Seitdem trägt der Kanadier eine künstliche Prothese. Schon bald soll diese jedoch gegen eine neue samt Kamera ersetzt werden, um die Welt in einer gänzlich neuen Perspektive festzuhalten.

Die Idee zu seinem "Eyeborg Project" (siehe Infobox) kam dem Dokumentarfilmer beim Betrachten seines Kamera-Handys. Spence erinnerte sich an die US-Serie "Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann", in der ein Mann nach einem Flugzeugabsturz ein bionisches Auge eingesetzt bekommt, und entschied, einen ähnlichen Schritt zu wagen.

Unterstützung erhält er dabei unter anderem von Kosta Grammatis, einem arbeitslosen Ingenieur aus San Francisco, sowie der Herstellerfirma OmniVision, die eine ursprünglich für Darmspiegelungen konzipierte Kamera an die Bedürfnisse des Filmemachers anpasste. Die finale CMOS-Kamera ist nur wenige Millimeter groß, wird über eine Lithium-Polymer-Batterie mit Energie versorgt und überträgt ihre Daten drahtlos an eine externe Empfangseinheit.

Angst vor der Beobachtung
Wann die Kamera in die Augenhöhle eingesetzt wird, ist derzeit noch offen, zumal sich in den USA bereits kritische Stimmen gegen das Projekt mehren. Marc Rotenberg vom Washingtoner Informationszentrum zum Schutz der Privatsphäre im Elektronikzeitalter warnt etwa, dass Spence praktisch rund um die Uhr filmen könnte, ohne dass sich sein Gegenüber darüber im Klaren wäre. Das Auge des Betrachters werde zum Spion, so Rotenberg.

Spence beschwichtigt, schließlich würden tagtäglich tausende Menschen von Überwachungskameras gefilmt. Der Filmemacher räumt allerdings ein, dass Freunde bereits angedroht hätten, sich nicht mehr mit ihm treffen zu wollen, sollte sein Kamera-Auge erst einmal Realität geworden sein. Die Angst vor Überwachung soll daher auch zum Thema seines Films werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden