Mo, 23. Oktober 2017

Fall Luca

05.03.2009 14:02

Jetzt auch Anklage gegen Kindesmutter in Tirol

Im Fall des kleinen Luca, der im November 2007 nach schweren sexuellen Misshandlungen im Alter von 17 Monaten in Wien seinen Verletzungen erlegen war, wird nun auch die Kindesmutter in Tirol angeklagt. Der Frau drohen bei einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft. Bereits im September 2008 war der aus Niederösterreich stammende Lebensgefährte der Frau zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Februar war bekannt geworden, dass in dem Fall auch eine Sozialarbeiterin der Jugendwohlfahrtsstelle Schwaz in Tirol angeklagt wird.

Die Mutter des Buben habe die "Verpflichtung zur Fürsorge des Kindes vernachlässigt" und nicht verhindert, dass der Kontakt zum bereits zur lebenslanger Haft verurteilten Ex-Lebensgefährten stattgefunden habe. Dies teilte der Verteidiger der Frau, Albert Heiss, am Donnerstag mit.

Kindesmutter drohen bis zu drei Jahre Haft
Der Tirolerin drohen bei einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft. "Für mich war es relativ klar, dass Anklage erhoben wird. Der mediale Druck war sehr groß", erklärte Heiss. Einen konkreten Termin für den Prozessbeginn gebe es vorerst noch nicht, allerdings werde er vor dem Sommer stattfinden.

"Das Strafverfahren ist sehr interessant", fügte der Rechtsanwalt hinzu. Zudem werde es "sehr umfangreich" sein. Von Seiten der Staatsanwaltschaft seien 17 Zeugen gefordert, bis zu zehn Zeugen werde die Verteidigung zur Anhörung bringen, teilte Heiss mit.

Bub wurde "massiv sexuell missbraucht"
Der 23-jährige Lebensgefährte der Frau aus soll Luca am 1. November 2007 im Bezirk Wien-Umgebung "massiv sexuell missbraucht" und dem Buben "dabei die letztlich zum Tode führenden Verletzungen zugefügt" haben, so Köhl. Laut Ansicht des Gerichts hat der Mann dem Kleinkind an jenem Tag in seinem Haus durch Analverkehr ein Schütteltrauma zugefügt, das zu einer Hirnschwellung führte. Zwei Tage starb der Bub in einem Wiener Spital.

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