Fr, 24. November 2017

„Zusperrorgie“

05.03.2009 11:17

64 Postämter vor dem Aus - Protestwelle

64 Postämer werden noch heuer in Niederösterreich geschlossen, noe.krone.at berichtete. Während Bürgermeister und Ortsbewohner auf die Barrikaden steigen, sucht das Management nach Lösungen und "Partnern". Das Versprechen: Nach der Zusperr-Welle solle es sogar mehr Briefaufgabestellen geben als davor. Nicht alle glauben das...

400 Postämter wurden zwischen 2002 und 2005 in Niederösterreich geschlossen. Heuer kommen - von Ottenthal im nördlichen Weinviertel über Heiligenkreuz bis Türnitz - 64 dazu. Das Konzern-Management erklärt, dass "unrentable Filialen vor der Liberalisierung zugesperrt werden müssen".

Für viele Gemeinden ist das ein herber Schlag. SP-Landesgeschäftsführer Günter Steindl: "Das ist kein guter Dienst für den Wirtschafts- und Arbeitsmarktstandort Niederösterreich." Außerdem kritisiert er, dass man den Ortschefs einfach "eine Liste hingeknallt" habe. (Diese Liste findest du übrigens in der Infobox).

"Die Zusperrorgie schadet dem ganzen Land"
Arbeiterkammer-Sprecher Hermann Haneder setzt eines drauf: "Die Zusperrorgie schadet dem ländlichen Raum." Seitens der Post-Generaldirektion sieht die Rechnung anders aus: Statt der 64 Ämter sollen mehr als 100 neue Partnerbetriebe dazukommen. Außerdem würden diese Geschäfte oft auch längere Öffnungszeiten bieten.

Landeshauptmann Erwin Prölll schlägt in die gleiche Kerbe: "Die vermehrte Anzahl von Postpartnern ist im Interesse einer besseren Versorgung der Bevölkerung", so Pröll. "Ich werde aber genau darauf achten, dass die zugesicherten Verhandlungen mit Postpartnern ernsthaft und erfolgreich geführt werden", versicherte der Landeschef.

Von Lukas Lusetzky, Kronen Zeitung, und krone.at

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