Di, 22. Mai 2018

Kachelöfen

27.02.2009 16:20

Modernes Feuer-Design

Der gute, alte Kachelofen feiert zurzeit eine ziemlich triumphale Wiederkehr. Obwohl – gut ist er noch immer, aber alt ist an den neuen Modellen so gut wie nichts mehr. Das beginnt bei modernen Heiztechnologien und endet beim formschönen Design, das den Kachelofen zum viel bewunderten Ausstellungsstück im Wohnraum macht.

Faszination Feuer. Das steckt einfach in uns und so können wir oft  stundenlang das knisternde Flammenspiel in offenen oder geschlossenen Feuerstellen beobachten. Das bringt nicht nur wohlige Wärme, sondern auch pure Entspannung. Und ungeachtet modernster Heiztechnologien rangiert der Wunsch nach einem offenen Kamin daher auch ganz oben auf der Wohn-Wunschliste heimischer Hausbauer.

Da kommt es bei steigenden Ölpreisen und Gaskrisen sehr gelegen, dass Umweltexperten, Baubiologen und sogar Mediziner dem Kachelofen ein wahres Loblied singen.

Kamin oder Kachelofen?
Offene und geschlossene Kamine wie auch Kachelöfen zählen zu der Gruppe der fest installierten Feuerstellen. Obwohl sie alle mit Holz befeuert werden können, unterscheiden sie sich sehr stark in Verbrennung und Wirkungsweise.

Grundsätzlich hängt die Qualität der Verbrennung von der Sauerstoffzufuhr ab. Ist dieser frei verfügbar, brennt das Holz sehr schnell ab. Die Folge: Die Wärmewirkung verläuft unkontrolliert und die Energie des Brennstoffes wird nur teilweise genutzt. Bei einem offenen Kamin, der viel Luft aus dem Raum zieht, werden nur ca. 20 Prozent der Brennstoffenergie auch tatsächlich in Wärme umgesetzt.

Geht es also nicht nur um den romantisch (teuren) Show-Effekt des offenen Kamins, sondern um vernünftige Wärmeversorgung, so raten Umweltexperten grundsätzlich zu einer Feuerstelle mit einer geschlossenen Brennkammer, wie es beim geschlossenen Kamin (Kaminöfen) oder eben beim Kachelofen der Fall ist. So wird der Sauerstoff dem Holz kontrolliert zugeführt und die Verbrennung gesteuert.

Womit der Kachelofen aber zusätzlich noch punktet, ist seine spezielle Strahlungswärme.

Wärme wie ein Sonnenbad
Poeten unter den Heizungsfachleuten vergleichen die Wärme eines Kachelofens gerne mit einem Bad in der Sonne. Die technische Erklärung dafür liegt in der langwelligen Strahlungswärme, die die Kacheln abgeben und die der Strahlungswärme der Sonne von allen Heizsystemen am nächsten kommt.

Für das persönliche Wohlbefinden ist nämlich eine möglichst geringe „Konvektion“ wichtig. In den Heizalltag umgesetzt bedeutet das eine möglichst geringe Bewegung zwischen den Luftschichten verbunden mit einer möglichst hohen Wärmestrahlung.

Während bei metallischen Heizkörpern vorwiegend eine Erwärmung durch Luftbewegung entsteht, werden beim Kachelofen zunächst die Kacheln selbst erwärmt, die dann wiederum diese keramische Wärme an die umgebenden Gegenstände und den gesamten Raum abgeben. Selbst noch Stunden nachdem die Glut erloschen ist beheizt diese langwellige Strahlungswärme den gesamten Raum.

Gesund und umweltfreundlich
Großes zusätzliches Plus dieser Heiz-Methode: Die Raumluft wird dabei nicht ausgetrocknet und da keine Luftschichten bewegt werden, auch kein Staub aufgewirbelt. Das schont auch die Schleimhäute. Ein Vorteil, der ganz besonders empfindlichen Personen und Allergikern zugute kommt.

Als Brennstoff dient Holz, das nicht nur ein nachwachsender Rohstoff ist, sondern auch voll in den ökologsichen Kreislauf integriert ist. Moderne Kachelofentechnologien verbrennen trockenes Holz so wirkungsvoll, dass nur ein winziger Rest Asche zurückbleibt und auch der Schornstein kaum verrußt.

Coole Form und heißes Feuer
Nicht nur von der Technologie, sondern auch vom Design her haben sich Kachelöfen enorm weiterentwickelt. Eine Besonderheit ist hier einem österreichischen Unternehmen gelungen. Europaweit einzigartig fertigt das oberösterreichische Traditionsunternehmen „Sommerhuber“ Ofenkacheln mit einer Länge bis zu 120 cm. Dadurch lassen sich sehr klare und moderne Strukturen in Form und Design erzielen. In Verbindung bzw. im Gegensatz mit dem archaischen Feuerspiel wirken diese Design-Meisterstücke dann besonders eindrucksvoll. „Purismus mit Seele“, beschreibt daher auch Firmeninhaber Christian Sommerhuber diese Linie.

Die Kacheln selbst werden in aufwendiger Handarbeit hergestellt, denn jede Kachel wird einzeln gegossen, ausgefertigt, in der Malerei mit Motiven versehen, glasiert und gebrannt. „Trotz modernster Technik, die wir einsetzen, hat sich bei diesen Arbeitsschritten seit Jahrhunderten nicht verändert.“ (Sommerhuber) Somit ist garantiert, dass es sich bei jedem Kachelofen um ein individuelles Einzelstück handelt.

Das schlägt sich naturgemäß auch im Preis nieder. Zu bedenken ist allerdings die lange Lebensdauer (rund 50 Jahre) und dass mit einem solchen Kachelofen, je nach Größe und Dimension, problemlos ganze Niedrigenergiehäuser als Allein-Heizsystem beheizt werden können. Ein Stück exklusive Wohn-Individualität ist ein solcher Kachelofen jedenfalls.

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