Mo, 23. Oktober 2017

Zündstoff

02.03.2009 17:10

Satte Gehaltserhöhung für NÖ-Bürgermeister

Der Job des Bürgermeisters hat mit 1. März an Attraktivität gewonnen, denn ab sofort erhalten die Bürgermeister in Niederösterreich um bis zu 148 Prozent mehr Gehalt. Die FPÖ findet die Lohnerhöhung in Zeiten der Wirtschaftskrise "unverschämt und hochgradig unmoralisch". Die ÖVP hält dagegen, dass ohne Gehaltserhöhung die Kandidaten für das Bürgermeisteramt zum Teil ausbleiben würden. "Es wird immer schwieriger, Leute zu finden, die sich der Gemeindearbeit verschreiben", stellt Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) fest.

Außerdem hätten Bürgermeister mittlerweile mehr Aufgaben zu bewältigen, müssen sich etwa auch um das Meldewesen und die Organisation von Kinderbetreuung kümmern. Die nun vorgenommenen Gehaltsanpassungen könnten in Zeiten der Wirtschaftskrise dennoch für Zündstoff sorgen, wie das nachfolgende Beispiel zeigt.

Dem Bürgermeister einer Gemeinde mit bis zu 500 Einwohnern stand per Landesgesetz bisher ein Gehalt zwischen 979 und 1795 Euro brutto zu. Den genauen Betrag innerhalb dieser vom Land gesteckten Grenzen legte der Gemeinderat fest. Ab sofort erhält jeder Ortschef dieser Einwohnerkategorie ein monatliches Salär von 2.448 Euro brutto - eine Steigerung um 36 Prozent. Wird der Mindestgehalt von 979 Euro als Ausgangsbasis genommen, macht der Gehaltssprung sogar 1.469 Euro bzw. 148 Prozent aus.

Eine genaue Übersicht über die Anpassungen der Gehälter findest du in der Infobox (Quelle: Österreichischer Gemeindebund).

"Wir waren Nachzügler", versichert VPNÖ-Klubobmann Klaus Schneeberger die Notwendigkeit der Gehaltserhöhungen. So verdiente bisher kein Ortschef im gesamten Bundesgebiet weniger als der Bürgermeister einer niederösterreichischen Gemeinde mit bis zu 500 Einwohnern. Auch in anderen Einwohnerkategorien schnitt NÖ schlecht ab. Mit 1. März hat sich das geändert: Ab sofort müssen Niederösterreichs Ortschefs den Gehaltszettel-Vergleich mit ihren Amtskollegen in anderen Bundesländern nicht scheuen - sie sind in den meisten Einwohner-Kategorien zu den Spitzenverdienern aufgestiegen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).