Mo, 21. Mai 2018

Insektenvernichter

23.02.2009 16:22

Deadly Creatures

Die Gier des Menschen macht ihn zuweilen zu einem gewissenlosen Wesen, dass selbst vor Mord- und Totschlag nicht zurückschreckt. Doch in den trostlosen und scheinbar absolut unbewohnten Weiten der Wüste ist er nicht die einzige tödliche Kreatur. Meist unbemerkt von den menschlichen Zweibeinern, tummelt sich dort so allerhand giftiges und ebenso tödliches Getier. Mit THQs "Deadly Creatures" dürfen jetzt alle Wii-Spieler selbst in die Rolle dieser tödlichen Kreaturen schlüpfen und als achtbeiniges Krabbeltier auf Insektenvernichtungs-Tour gehen.

Die Handlung des Spiels dient zumeist als loser Rahmen. Vor allem anfangs hat sie nur einen losen Bezug zu den Geschehnissen der jeweiligen Levels. Zwei zwielichtige Gestalten sind nach dem Tod eines Tankwarts auf der Suche nach einem versteckten Goldschatz. Mit den Gefahren der Wüste und damit dem Spieler kommen sie erst später im Spiel in Berührung.

Zu Beginn findet man sich in Gestalt eines achtbeinigen Gesellens wieder. Als Tarantel ergibt sich eine völlig neue Sichtweise: Wenige Zentimeter über dem Boden wirken sonst alltägliche Sachen auf einmal riesengroß. Zudem gilt das Prinzip "Fressen oder Gefressen werden": Beim Durchstreifen von Erdlöchern, kleinen Höhlen oder dem Krabbeln an der Oberfläche trifft man immer wieder auf anderes Getier, das einem nach dem Leben trachtet. Ganz wehrlos ist so eine Tarantel natürlich nicht, kann sie doch ganz schön kräftig und schmerzhaft zubeißen. Mit ihrem Netz kann sie zudem Gegner kurzfristig lähmen, wodurch diese eine leichte Beute abgeben. Nach einigen gewonnen Kämpfen werden zusätzliche Fähigkeiten freigeschalten. Die gesundheitlichen Spuren, welche die Kämpfe hinterlassen, können durch das Verspeisen von nahrhaften Maden beseitigt werden, die quer über das Areal verteilt sind.

Da Wände grundsätzlich kein besonderes Hindernis für eine Tarantel darstellen, darf daran hochgekrabbelt werden. Diese vermeintlich größere Freiheit ließe jedoch relativ rasch die Orientierung verloren gehen. Als Hilfestellung gibt es daher einerseits eine nützliche Wegweisungsfunktion in Form eines einblendbaren Pfeils, andererseits sind in den Wänden immer wieder unüberwindbare Spalten vorzufinden. Dadurch gestaltet sich das Spiel sehr linear, da der vorgesehene Weg immer problemlos zu finden ist.

Nicht alle Gegner können besiegt werden. Eine in ihrer Ruhe gestörte Klapperschlange kann höchstens ein wenig geärgert werden. Bei einer ausgewachsenen, wild gewordenen Echse hilft überhaupt nur mehr die überhastete Flucht in den Untergrund. Diese Zwischengegner lockern den mit der Zeit eintönig werdenden Spielverlauf etwas auf und dienen auch meist als Wechselpunkt zwischen den tödlichen Tierchen. Abwechselnd mit der inzwischen lieb gewonnenen Tarantel darf ein Skorpion übernommen werden. Dieser verlässt sich besonders auf seinen todbringenden Stachel, ansonsten spielt er sich im Vergleich zur Spinne recht ähnlich.

Dank der Wii-typischen Steuerung darf bei den Kämpfen kräftig herumgefuchtelt werden. Große Schwierigkeiten bereitet das Steuern der Krabbeltiere aufgrund der intuitiven Steuerung keine.  Für brenzlige Situationen sorgt hingegen die nicht immer gut platzierte Kamera.

Das Wüstensetting bedingt eine farbarme, in Sand- und Erdfarben gehaltene Darstellung. Alles in allem ist die Grafik gelungen und entspricht dem, was die Nintendo-Konsole zu leisten vermag.

Fazit: "Deadly Creatures" punktet vor allem durch die innovative Idee, in einem actionlastigen Spiel keine Special-Ops-Soldaten oder sonstigen menschlichen Helden zu verkörpern, sondern in die Rolle von Spinne oder Skorpion zu schlüpfen. Die gute Idee leidet allerdings an einem zu monotonen Spielverlauf, hält sich die Abwechslung doch stark in Grenzen. Auch die Kamera hinkt dem Geschehen manchmal hinterher. Trotz der kleineren Mängel bringt "Deadly Creatures" eine wohltuende Abwechslung in den sonst vorherrschen Action-Einheitsbrei.

Plattform: Wii
Publisher: THQ
krone.at-Wertung: 8/10

von Harald Kaplan

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