Sa, 25. November 2017

Linz09

20.02.2009 13:52

„Haus der Geschichten“ eröffnet

Linz09 füllt eines der ältesten Bürgerhäuser der Stadt mit Geschichten. Das leerstehende Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, das einst unter anderem ein Reisebüro, eine Fleischhauerei, einen Greißler und Wohnungen beherbergte, wird das Jahr über mit Ausstellungen belebt. "Aber auch Besucher sollen Geschichten aus ihrem Leben hinterlassen", erklärte Kulturhauptstadt-Intendant Martin Heller am Freitag in einer Pressekonferenz mit Bürgermeister Franz Dobusch.

Die Stadt Linz hat das Gebäude am Pfarrplatz 1993 erworben. Es sollte ein Museum werden, man sei aber nicht mehr rechtzeitig zum Kulturhauptstadtjahr fertig geworden, berichtete Dobusch. So sei aus einem "Haus der Geschichte" ein "Haus der Geschichten" entstanden. "Ich halte das für eine sehr sinnvolle Zwischennutzung", sagte der Bürgermeister.

Ursprüngliches Gebäude unverändert erhalten
An dem zum Teil sehr desolaten Gemäuer wurde fast nichts verändert. Die Betreiber verstärkten einzig die Beleuchtung und sorgten für die Beheizung eines Raumes. Wer sich auf das "Haus der Geschichten" einlässt, solle berührt werden und habe sich ihm anzupassen, lautet die Grundidee. Heller sieht in dem Projekt nicht nur eine Galerie, sondern will den Bogen weiter spannen.

Reise durch „Wunderwelt“
Gleich nach dem Betreten des Gebäudes kann man sich auf eine "Minimundusreise" auf 40 Quadratmetern begeben: Eine stetig wachsende Installation soll zu einer fantastisch-realen Landschaft werden. "Es wird eine kleine Wunderwelt entstehen, durch die man dann reisen kann", erklärte die Künstlerin Claudia Czimek, die sich über kuriose Souvenirs freut. Heiß begehrt ist auch Wolle für die "Freundinnen der Kunst". Die vier Frauen laden jeden Freitagnachmittag zum Stricken ein. "Wollige Wände" sollen in einer Wohnung und auch darüber hinaus wachsen und wuchern.

Intime Einblicke
In einem anderen Raum gewährt der junge Linzer Fotograf Paul Kranzler intime Einblicke. Er hat seine Familie und persönliche Erlebnisse abgelichtet. Buchhändler Alex Stelzer hat ein Lesezimmer eingerichtet, in dem in Mark Z. Danielewskis Debütroman "Das Haus", das in den USA zum Kultbuch wurde, geschmökert werden kann. Der Soziologe und Stadtforscher Peter Arlt ordnet im Haus am Pfarrplatz seine in über 20 Jahren gesammelten Materialbestände neu. In einem weiteren Raum werden Fotos von der Künstlerin Maggie Cardelus projiziert, die von einem zehnjährigen Mädchen namens Zoo erzählen.

Das "Haus der Geschichte" macht am Sonntag, den 22. Februar erstmals um 14.00 Uhr auf. In der Folge ist es bei freiem Eintritt von Montag bis Freitag von 16.00 bis 19.00 Uhr und an Wochenenden von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Heller kündigte an, dass im Lauf des Jahres Projekte mit der Linzer Kunstuniversität, den Medienkünstlern "Times up" und dem Theater des Kindes geplant sind.

Adresse: Pfarrplatz 18, Linz

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