Mi, 23. Mai 2018

Grüner Aufschrei

20.02.2009 12:01

Stärkeres Kraftwerk - aber "schmutziger" See?

Grenzüberschreitenden Protest rufen die Pläne der Kelag hervor, das Speicherkraftwerk Koralpe auszubauen. Der Kärntner Energiekonzern will mittels einer neuen Pumpe Wasser von der Drau in den Sobother Stausee (Bild) befördern, um so die Leistung zu erhöhen. Was die Wasserqualität des schönen Sees trüben könnte...

Während die Steirer in dieser Causa noch zu schlafen scheinen (einzig die Grünen übten bislang Kritik), kocht auf der kärntnerischen Seite der Soboth schon seit Längerem die Volksseele.

Straßensperre in Kärnten
Vor allem die kleine Marktgemeinde Lavamünd schießt aus allen Rohren: "Geldgier darf nicht wichtiger sein als der Schutz unserer Heimat!", ist Bürgermeister Herbert Hantinger zornig. Der Protest erreicht am Freitag einen neuen Höhepunkt. In einer parteiübergreifenden Aktion ruft man um 13.00 Uhr zur Straßensperre auf; danach wird beim Kraftwerkshaus eine Demonstration abgehalten.

"Die Drau ist schmutzig"
Der Grüne Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner rümpft auf steirischer Seite die Nase: "Die Drau ist ein schmutziger Fluss. Sie ist bakteriell verseucht, hat nur Güteklasse II; im Gegensatz zu unserem Stausee, der seit vielen Jahren Güteklasse I und damit sogar Trinkwasserqualität aufweist."

Kelag: "Experten haben nichts dagegen"
Seitens der Kelag, die in das Projekt immerhin kolportierte 20 Millionen Euro investieren möchte, wird auf Expertenmeinungen verwiesen: "Mehrere Fachgutachten sind zu dem eindeutigen Ergebnis gekommen, dass es keine negativen ökologischen Auswirkungen gibt, wenn wir Wasser aus der Drau hinauf in den Speicher Soboth pumpen."

Der wasserrechtliche Bescheid ist übrigens schon durch, allerdings haben die kampfeswilligen Lavamünder dagegen Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingelegt...

von Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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