Do, 24. Mai 2018

GM-Tochter k.o.

20.02.2009 11:00

Autohersteller Saab meldet Konkurs an

Der zum US-Konzern General Motors gehörende Autohersteller Saab ist bankrott. Das in Schweden ansässige Unternehmen stellt einen Insolvenzantrag, will die Produktion aber fortsetzen. Als mögliche Rettung für Saab gilt nach schwedischen Berichten ein Zusammengehen mit Opel. Der deutsche Konzern gehört aber ebenfalls zum akut angeschlagenen Hersteller GM. Dagegen spricht, dass Saab formell bei Gericht den Antrag zu einer Neuorganisation der Marke als unabhängiges Unternehmen gestellt hat. Außerdem habe "die Geschichte der letzten 20 Jahre gezeigt, dass das nicht sinnvoll wäre", sagte eine Person aus dem Konzern.

Saab hat im vergangenen Jahr 94.000 Autos abgesetzt und beschäftigt 4.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen fährt seit mehreren Jahren hohe Verluste ein. Die schwedische Regierung hat Finanzhilfen für Saab abgelehnt.

12.000 Mitarbeiter bedroht
Branchenexperten befürchten, dass durch die Insolvenz des schwedischen Autoherstellers Saab zusätzlich zu den 4.000 Saab-Angestellten weitere 8.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern gefährdet sein könnten. Nach Einschätzung des Branchenjournalisten Tege Tornvall von der Zeitung "Vehicle Component" kann die Insolvenz von Saab vor allem für kleine Sublieferanten schwerwiegende Folgen haben. Diese würden durch die Ausfälle von Saab-Zahlungen Schwierigkeiten mit den eigenen Lohn-und Mietkosten bekommen.

Hersteller stoppten Lieferungen an Saab
Laut Tornvall sind nur rund ein Drittel der Sublieferanten von Saab in Schweden, beziehungsweise in Norwegen und Dänemark beheimatet. Angesichts des seit Tagen gerüchteweise bevorstehenden Insolvenzantrags von Saab hatten einzelne Zulieferer begonnen, die Lieferungen nach Trollhättan zu stoppen.

Opel ebenfalls schwer angeschlagen
Der deutschen Schwester Opel geht es indes auch nicht wirklich gut. "Opel hat erklärt, dass die Liquidität im März knapp wird und die Lage dramatisch ist. Es droht die Überschuldung", sagte ein Insider zur Nachrichtenagentur Reuters. Der Kapitalbedarf türmt sich demnach auf 2,6 Mrd. Euro. Zu den benötigten Bürgschaften in dieser Höhe kommen angeblich noch weitere 700 Millionen Euro - über Einsparungen in dieser Höhe verhandelt Opel derzeit mit seinen Arbeitnehmern.

Opel selbst bestätigte am Freitag erstmals, mehr als 1,8 Mrd. Euro Staatshilfe zu benötigen. Opel-Finanzchef Marco Molinari teilte Reuters mit, "dass Opel einen Bürgschaftsrahmen von mehr als den ursprünglich diskutierten 1,8 Mrd. Euro in Europa benötigen" werde. Bevor er die Höhe nenne, wolle Opel erst ein tragfähiges Zukunftskonzept erarbeiten und die Beiträge der Eigentümer und Arbeitnehmer zur Sanierung klären. Deutschen Regierungskreisen zufolge will sich Opel zudem Zugriff auf 1,6 Mrd. an Krediten von der Europäischen Investitionsbank (EIB) für Forschung und Entwicklung verschaffen. Opel hatte im November einen Garantierahmen bei der Bundesregierung beantragt, um bei einer GM-Insolvenz nicht mitgerissen zu werden.

Lage seit November "dramatisch verändert"
Laut Opel hat sich die Lage aber seit November "dramatisch verändert". In Spanien seien die Pkw-Verkäufe seitdem zusammengebrochen, erklärte das Unternehmen. Dazu kämen die Folgen von Wechselkursveränderungen in wichtigen Märkten wie Großbritannien und Russland. "Es ist die klare Verantwortung der Geschäftsleitung der Adam Opel GmbH, hier ein realistisches Bild zu zeichnen und bei der Bitte um Staatsbürgschaften die Veränderungen auf den europäischen Märkten zu berücksichtigen", erklärte Opel.

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