Mi, 23. Mai 2018

Spatenstich erfolgt

16.02.2009 17:34

Rededuell zu Baubeginn in der Kärntner Straße

Der offizielle Spatenstich zur Neugestaltung der Kärntner Straße ist am Montag mit einer wahren Doppelconference zwischen Stadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) und Bezirkschefin Ursula Stenzel (ÖVP) begangen worden. Auf einer offenen Bühne lieferten sich die beiden Kontrahenten im dichten Schneegestöber ein Rededuell um die Gestaltung der neuen Leuchten für die Innenstadt-Fußgängerzonen, die bis 15. November in neuem Glanz erstrahlen soll.

Schließlich handle es sich bei dem Vorhaben um die Neugeburt eines urbanen Zentrums, betonte Stenzel. Deshalb waren die Verantwortlichen neun Monate vor dieser Neugeburt am Schauplatz versammelt, um beim Beginn der Pflasterarbeiten dabei zu sein. Bereits in den vergangenen Wochen waren die bestehenden Bäume und Maiglöckchenleuchten entfernt worden.

Unterschriften gegen Schicke(r)-Leuchten
Ist die Gestalt des Pflasters unumstritten, so herrscht noch immer keine Einigkeit über die neuen Leuchten für Kärntner Straße, Stock-im-Eisen-Platz und den Graben. Deshalb überreichte Stenzel dem überraschten Stadtrat auf offener Bühne 1.500 Unterschriften gegen das von ihm favorisierte moderne Modell und für die alten Maiglöckchenlampen, verpackt in Maiglöckchen-Geschenkpapier. Überdies zauberte sie den Leuchtkörper einer Maiglöckchenlampe aus dem Hut, der, auf LED-Technik umgerüstet, ihr Kompromissvorschlag sei.

Alle Hintergründe zum Leuchten-Konflikt: siehe Infobox!

"Wir werden den schwarzen Stachel aushalten"
"Maiglöckchen gehören dahin, wo nicht Stadt ist, nämlich auf die grüne Wiese", beschied dagegen Schicker. Man werde deshalb sicherlich einen Platz im Museum für die Stenzel-Lampe finden. Jedenfalls sei dank der "billigen Tricks" der Bezirksvorsteherin eines deutlich geworden: "Man hat gesehen, wer provoziert und den Streit sucht."

Bezug nehmend auf die Stenzel'sche Selbstcharakterisierung als "schwarzer Stachel im roten Fleisch" versicherte der SPÖ-Politiker seinem Gegenüber: "Wir werden den schwarzen Stachel aushalten." In jedem Falle werde eine Lösung gefunden, zumal man mit der Bestellung der neuen Kandelaber noch nicht unter Zeitdruck stehe.

Kärntner Straße frequentieren täglich 60.000 Passanten
Einig zeigte man sich über die gewaltigen Dimensionen des Projekts. Alleine die Kärntner Straße frequentieren täglich 60.000 Passanten. "Wenn man das auf Autofahrer umlegt, baut man Autobahnen", so Schicker. Ebenso unterstrich Stenzel, dass es sich bei dem Areal um Österreichs touristischen Anziehungspunkt Nr. 1 handle, auch wenn die "Dame" in die Jahre gekommen sei.

51.500 Bodenplatten für 20.000 Quadratmeter
Deshalb kommen bei dem Bauvorhaben nun vier verschiedene Granitplattentypen von 14 Zentimetern Dicke zum Einsatz - drei aus Österreich stammend, eine aus Schweden. Mit insgesamt 51.500 Platten wird so eine Fläche von 20.000 Quadratmetern neu gepflastert, was der Größe von rund drei Fußballfeldern entspricht. In die Platten eingefräst sind Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen.

Das Projekt umfasst mehrere Umbauphasen, sodass Teilabschnitte immer baustellenfrei bleiben. Darüber hinaus werden Magnolienbäume auf der Fußgängerzone eingepflanzt und neue Holzbänke installiert. Die Schanigärten werden allesamt auf einer Straßenseite konzentriert. Von den projektierten Kosten in Höhe von 18,6 Millionen Euro trägt der Bezirk zehn Prozent, die Stadt 90.

Von Alex Schönherr, Kronen Zeitung und wienkrone.at

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