So, 27. Mai 2018

Weitere vier Jahre

13.02.2009 20:50

Wallner als ÖOC-Präsident wiedergewählt

Im Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) bleibt in der Führungsetage alles beim Alten. Leo Wallner ist am Freitag von der ÖOC-Hauptversammlung im Haus des Sports in Wien für vier weitere Jahre einstimmig als Präsident gewählt worden. Der 73-jährige Niederösterreicher schloss organisatorische Umstrukturierungen des ÖOC in der Zukunft aber nicht aus, zudem wurde eine weitere, noch umfangreichere Prüfung des ÖOC beschlossen.

Die medialen Turbulenzen um die Finanzgebarung des ÖOC und den Olympischen Förderverein konnten dem einzigen Kandidaten Wallner offenbar nichts anhaben. Auch in der rund zweieinhalb Stunden dauernden Hauptversammlung war kein Gegenkandidat in Sicht, das Votum für den seit 1990 amtierenden Präsidenten fiel eindeutig aus. Zudem wurde der Wahlvorschlag für den Vorstand bestätigt. "Ich freue mich klarerweise", erklärte Wallner. "Ich sehe das als einen besonderen persönlichen Auftrag, mich jetzt noch mehr um das ÖOC und den Sport anzunehmen." Ob er die volle Funktionsperiode zu absolvieren gedenke? "Das entscheidet der Herrgott und wenn er es erlaubt, dann bleibe ich es auch."

Weitere, unabhängige Prüfung des ÖOC
Allerdings wird es eine weitere Prüfung geben, diesmal soll sogar das gesamte ÖOC vor dem Zeithorizont der vergangenen vier Jahre unter die Lupe genommen werden. "Wir beauftragen die Kammer der Wirtschaftstreuhänder, jemanden zu schicken", so Wallner. "Wir wollen Verdachtsmomente hintanhalten. Ich nehme an, dass etwas Ordentliches herauskommt."

Sportminister Norbert Darabos sah sich dadurch bestätigt. "Die erste Überprüfung der Geldflüsse des Fördervereins konnten für mich und andere Vorstandsmitglieder keine zufriedenstellenden Antworten liefern", erklärte der Sportminister am Nachmittag. "Das ÖOC ist ein Privatverein, aber als Sportminister kann und muss man den Druck erhöhen, dass Transparenz herrschen muss. Es geht um die Olympische Bewegung. Dann wird man sehen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Wir gehen davon aus, dass die Ergebnisse in einem Monat vorliegen werden."

Wallner erklärte freilich, noch eine zweite Prüfung bei Price-Waterhouse-Coopers in Auftrag gegeben zu haben. "Beide Prüfberichte kommen in etwa zum gleichen Schluss. Ich habe gesagt, es gibt keinen Anlass, ein Misstrauen auszusprechen. Wir haben dann beschlossen, noch eine völlige unabhängige Prüfung zu veranlassen." Dies allerdings nicht aufgrund von Darabos' Forderung. "Er hat den Wunsch geäußert, aber es ist nicht auf seinen Antrag zurückzuführen. Aber ein Politiker braucht halt Fähnchen." Seine Aufgabe sei es, "den Sport von der Politik herauszuhalten. Ich glaube, dass er bona fide gehandelt hat. Aber der Sportminister ist für uns nicht das entscheidende Organ, sondern die, die gesellschaftsrechtlich dazu bestimmt sind. Ich beuge mich nicht einer Verurteilung eines Ministers".

Strukturänderungen möglich
Strukturänderungen des ÖOC seien laut Wallner aber durchaus angedacht. Man müsse überlegen, "ob diese Strukturen heute noch zeitgemäß sind. Vielleicht sollte ein Geschäftsführer mit mehr Befugnissen, so wie es der Fußball gemacht hat, eingesetzt werden", sagte Wallner. Auch die Umwandlung von einem Verein in eine GmbH sei denkbar. Diese und andere Ideen müssten aber noch in weiteren Gesprächen diskutiert werden. "Ich bin gestärkt und kann daher das eine oder andere mit einer anderen Brille sehen als bisher", so Wallner. In Bezug auf den Olympischen Förderverein meinte Wallner: "Sollten wir uns wieder für Winterspiele bewerben, dann wird das vielleicht in anderer Form sein."

Heinz Jungwirth, der freilich nicht zur Wahl stand, kann sich Wallner weiterhin in seiner Funktion als ÖOC-Generalsekretär vorstellen. "Natürlich gibt es einiges zu prüfen. Wenn aber nichts gegen ihn spricht, dann gehöre ich nicht zu denen, die nachgeben, weil es in der Öffentlichkeit diskutiert wird, sondern ich muss für den unselbstständigen Arbeitnehmer agieren", erklärte Wallner.

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