Di, 22. Mai 2018

Machtlose Behörden

12.02.2009 17:55

Grätzel kämpft gegen Bordell

Die Bewohner des Stuwerviertels sind verzweifelt: Nicht nur, dass die Besucher der Mega-Disco im Prater ihnen die Parkplätze im Grätzel wegnehmen und sie in der Nacht mit ihren Autos aus dem Schlaf reißen, sorgt auch ein Bordell für ständige Ruhestörungen. Und die Behörden unternehmen nichts dagegen.

Schon lange ist das Etablissement in der Stuwerstraße 7 den Anrainern ein Dorn im Auge. Aber die Behörden scheinen trotz Anzeigen machtlos: So wurde der Betrieb bereits mehrmals geschlossen - und machte gleich wieder auf, derzeit als "Videothek".
Von Videos gibt es freilich keine Spur, was hier passiert, ist "live". Als der Besitzer den Betrieb eine Zeit lang als "Pension" führte, gab er sich - wie immer - als Unschuldsengel: Was in den vermieteten Zimmern geschehe, sei nicht seine Angelegenheit...

"Wie konnte er nur eine Konzession erhalten?"
Die Bürger leiden unter der Situation. Oft werden Frauen und Mädchen von Freiern auf der Straße angesprochen, weil sie für Prostituierte gehalten werden. Hausbesorger Peter L. weiß auch nicht mehr, was er tun soll: "Anzeigen hatten keinen dauerhaften Erfolg." Der Magistrat lehnte ein hartes Durchgreifen ab, denn wenn Prostitution im Spiel ist, sei die Polizei zuständig. Die Polizei spielt den Ball zurück: "Wie konnte der Lokalbesitzer vom Magistrat nur eine Konzession erhalten?", wundert man sich.

Der Besitzer des getarnten Rotlichttempels fühlt sich jedenfalls sicher, denn sein Bordell wurde zwar schon mehrere Male amtlich geschlossen, doch er sperrte sofort wieder auf: "Da habe ich eben das Lokal der Partei für freie Liebe, eine Frühstückspension oder eine Videothek", brüstete er sich bereits öffentlich. Die Anrainer sammelten zwar Protestunterschriften - Wirkung zeigten diese bisher jedoch nicht.

Von Erich Vorrath

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