Sa, 26. Mai 2018

"Air Schlieri"

12.02.2009 16:07

Schlierenzauer feiert sechsten Sieg in Folge

Der Tiroler Gregor Schlierenzauer ist im Skisprung-Weltcup weiter auf Rekordjagd. Der 19-Jährige feierte am Mittwoch in Klingenthal seinen sechsten Sieg in Folge, womit er die diesbezügliche Rekordmarke der Finnen Janne Ahonen und Matti Hautamäki sowie seines ÖSV-Teamkollegen Thomas Morgenstern einstellte. Der Weltcup-Führende gewann mit 0,9 Punkten Vorsprung auf den Norweger Anders Jacobsen sowie 4,1 Zähler vor dem Steirer Wolfgang Loitzl.

Die Konkurrenz musste wegen starken Windes um drei Stunden verschoben werden, begann daher erst um 19.00 Uhr. Da herrschten dann zwar keine einfachen Bedingungen, aber zumindest war es für alle Springer fair. Einsetzender Schneefall sorgte im zweiten Durchgang dafür, dass die 30 Finalisten recht rasch über den Bakken geschickt wurden. Nicht mehr dabei war zu diesem Zeitpunkt das ÖSV-Duo Andreas Kofler und Bastian Kaltenböck, sie belegten im 60-köpfigen Feld die Endränge 31 und 46.

Jacobsen nutzt Halbzeitführung nicht
Die restlichen drei angetretenen Österreicher überzeugten aber. Im ersten Durchgang hatte noch Jacobsen nach einem 135-m-Sprung 0,8 Punkte vor Loitzl  (134) geführt, Schlierenzauer (131,5) war als Dritter immerhin schon 6,8 Zähler zurückgelegen. Doch mit ebenfalls 135 m legte der Saison-Dominator in der Entscheidung einiges vor. Zunächst musste Loitzl mit 130,5 m seinen Teamkollegen passieren lassen, eher schließlich der 131-Meter-Satz von Jacobsen die knappe Entscheidung für Schlierenzauer brachte.

"Es war kein leichter Wettkampf von den Bedingungen her", erklärte Schlierenzauer. "Aber ich habe mir vorgenommen, gute Sprünge zu machen und das ist mir geglückt. Ich muss auch den Veranstaltern ein großes Lob aussprechen." Schlierenzauer bewies mit diesem Erfolg nicht nur seine Nervenstärke, sondern auch die Liebe zur Klingenthal-Schanze. Dort hatte er schon 2007 gewonnen, mit 142,5 m hält der Stubaitaler auch den Schanzenrekord.

Rekord-Mann Schlierenzauer
Mit nun insgesamt 21 Weltcup-Erfolgen hat Schlierenzauer Andreas Goldberger in der internen österreichischen Rangliste auf Rang drei verdrängt, auf Leader Andreas Felder fehlen ihm nur noch vier Siege. Da noch sieben Konkurrenzen auf dem Saison-Terminplan stehen, könnte der 1,77-m-Mann aus Fulpmes bis zum Weltcup-Finale nicht nur Felder einholen oder gar übertreffen, sondern auch den internationalen Rekord an Saison-Siegen übertreffen.

Diesen hält Ahonen seit fünf Jahren mit zwölf Saison-Triumphen. Schlierenzauer hat nun schon deren zehn, außerdem sind die Österreicher 2009 noch immer ungeschlagen, gewannen zwölf Mal en suite. Denn neben acht Schlierenzauer-Siegen gab es vier von Loitzl, sowie ein ohne Schlierenzauer eingefahrener Sieg im Teamspringen.

Punkterekord von Schmitt in Gefahr
Kaum halten wird wohl auch die Weltcup-Punkterekordmarke des Deutschen Martin Schmitt aus der Saison 1999/2000 von 1.833 Punkten. Schlierenzauer hat bereits 1.620 Punkte auf dem Konto, womit er seinen am Mittwoch sechstplatzierten Verfolger Simon Ammann um 252 Zähler distanziert hat. Loitzl ist nur 126 Punkte hinter dem Schweizer Dritter.

26 Bewerbe lang war Schlierenzauer nun schon nicht schlechter als Vierter, in dieser noch in der vergangenen Saison begonnen Phase hält er bei 14 Siegen, war viermal Zweiter, dreimal Dritter und fünfmal Vierter. Die Chance, dass diese und die anderen Serien weitergehen, steht nicht schlecht. Denn am Samstag geht der Weltcup in Oberstdorf mit einem Skifliegen weiter, da ist Schlierenzauer überhaupt noch unbesiegt. "Ich freue mich auf Oberstdorf", meinte der Seriensieger. "Da habe ich vergangenes Jahr meinen WM-Titel geholt. Ich kann es kaum noch erwarten."

Endstand:

1.

Gregor Schlierenzauer

AUT

131,5/135,0 m

261,2 Punkte

2.

Anders Jacobsen

NOR

135,0/131,0

260,3

3.

Wolfgang Loitzl

AUT

134,0/130,5

257,1

4.

Martin Schmitt

GER

128,5/130,5

247,7

5.

Andreas Küttel

SUI

129,5/127,5

241,1

6.

Simon Ammann

SUI

125,5/130,0

238,9

7.

Harri Olli

FIN

124,5/131,0

238,4

8.

Roman Koudelka

CZE

126,0/129,0

236,0

9.

Adam Malysz

POL

125,5/127,5

233,9

10.

Markus Eggenhofer

AUT

124,0/128,5

232,9

11.

Anders Bardal

NOR

122,5/129,0

229,7

12.

Tom Hilde

NOR

128,0/122,5

229,4

13.

Jakub Janda

CZE

122,0/128,5

228,9

14.

Michael Neumayer

GER

125,0/126,0

226,3

15.

Björn Einar Romören

NOR

126,5/122,5

225,2

16.

Emmanuel Chedal

FRA

126,5/122,0

223,8

17.

Matti Hautamäki

FIN

123,0/124,0

220,6

18.

Stephan Hocke

GER

123,5/123,5

219,6

19.

Vegard-Haukö Sklett

NOR

124,0/122,5

219,2

20.

Takanobu Okabe

JPN

123,0/124,0

218,6

21.

Noriaki Kasai

JPN

122,5/122,5

216,0

22.

Felix Schoft

GER

120,5/124,5

216,0

23.

Johan Remen Evensen

NOR

121,5/121,5

212,4

24.

Kalle Keituri

FIN

123,5/119,0

210,5

25.

Severin Freund

GER

122,5/119,0

210,2

26.

Ondrej Vaculik

CZE

123,0/119,0

208,6

27.

Nikolaj Karpenko

KAZ

126,0/114,5

206,9

28.

Martin Cikl

CZE

123,0/117,0

206,5

29.

Wolodimir Boschtschuk

UKR

124,5/114,0

202,3

30.

Tami Kiuru

FIN

123,5/115,0

199,8

Weltcup-Gesamtwertung (nach 20 von 27 Bewerben):
1. Gregor Schlierenzauer (AUT)  1.620 Punkte
2. Simon Ammann (SUI)  1.368
3. Wolfgang Loitzl (AUT)  1.242
4. Thomas Morgenstern (AUT)  672
5. Martin Schmitt (GER)  651
6. Vil6
8. Dmitrij Wassilijew (RUS)  487
9. Anders Jacobsen (NOR)  485
10. Martin Koch (AUT)  438
Weiter:
11. Andreas Küttel (SUI)  424
12. Matti Hautamäki (FIN)  422
13. Anders Bardal (NOR)  391
25. Markus Eggenhofer (AUT)  185
42. Andreas Kofler (AUT)  40
63. Manuel Fettner (AUT)  10
73. Daniel Lackner (AUT)  5

Nationencup (nach 22 von 27 Bewerben):
1. Österreich  4.962 Punkte
2. Finnland  2.421
3. Norwegen  2.243
4. Deutschland  2.078
5. Schweiz  1.792
6. Japan  1.242
7. Russland  1.128
8. Tschechien  719
9. Polen  577
10. Frankreich  374

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