Mo, 28. Mai 2018

Lawinenopfer

10.02.2009 14:21

Ein Toter bei Lawinenabgang in Osttirol

Ein Lawinenabgang in Innervillgraten in Osttirol hat am Montagnachmittag ein Todesopfer gefordert. Zwei Skitourengeher dürften im Bereich der "Pürglers Kunke" in etwa 2.400 Metern Höhe ein Schneebrett losgetreten haben und wurden verschüttet. Bei einer großangelegten Suchaktion mit Lawinenhunden konnte eine Frau lebend, ein Mann nur noch tot geborgen werden.

Die beiden Skitourengeher dürften allein unterwegs gewesen sein, denn der Lawinenabgang blieb vorerst unbemerkt. Erst als ein Sillianer Bergführer Spuren sah, die in den Lawinenkegel, aber nicht mehr heraus führten, schlug er Alarm.

Frau konnte lebend geborgen werden
Sofort wurden Bergretter, Alpinpolizisten und Hundeführer mit drei Hubschraubern zum Unglücksort bei Innervillgraten geflogen. Zuerst konnten die Einsatzteams mit Lawinensuchhunden eine Frau orten und ausgraben. "Die Frau war unterkühlt und bewusstlos. Sie wurde ins Krankenhaus nach Lienz geflogen", schildert ÖAMTC-Einsatzpilot Hannes Strobl.

Ihr Partner hatte leider kein Glück. "Der Mann war zwei Meter tief verschüttet. Bei seiner Bergung hatte er eine Körperkerntemperatur von nur vier Grad. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen", so ein Polizist. Ungeklärt ist derzeit noch die Identität der Opfer und  wie lange die beiden unter der Lawine verschüttet gewesen waren. Einen "Lawinenpieps" hatten sie nicht dabei.

Erhebliche Lawinengefahr
Zum Zeitpunkt des tödlichen Lawinenabgangs herrschte im Gebiet erhebliche Lawinengefahr. In den vergangenen drei Tagen fielen zwischen 30 und 40 Zentimeter Neuschnee, teilweise wurden Neuschneezuwächse bis zu 75 Zentimetern registriert.

Kräftiger Wind führte zudem zu neuen Schneeverfrachtungen. Gefahrenstellen seien dort derzeit in allen Hangrichtungen anzutreffen, vermehrt oberhalb etwa 1.600 Metern im bisher eher wenig befahrenem oder begangenem Steilgelände. Der Tiroler Lawinenwarndienst hatte zu Zurückhaltung bei der Befahrung von Steilhängen geraten. Vereinzelt seien durch die Tageserwärmung auch noch spontane Lawinenabgänge möglich.

Unglück überschattet Regierungsklausur
Das Unglück überschattete die Klausur der Bundesregierung, die zur selben Zeit im nur wenige Kilometer entfernten Sillian abgehalten wurde. Innenministerin Maria Fekter (VP) eilte von dort aus sofort zur Einsatzbesprechung.

Symbolfoto

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden