Do, 24. Mai 2018

Messerstich ins Herz

11.02.2009 11:58

Sportler ermordet - Verdächtige in Blumau gefasst

Eine grausame Bluttat hatte am Wochenende die Sportwelt erschüttert. In einer Disco im ungarischen Veszprém wurde der rumänische Handball-Star Marian Cozma (26, Bild) erstochen, zwei weitere Sportler wurden schwer verletzt. Die Jagd nach den mutmaßlichen Mördern endete in der Nacht auf Montag in der Steiermark. Drei Verdächtige wurden auf der Südautobahn verhaftet.

Die Handballer des "MKB Veszprém" hatten am Samstagabend in der Disco "Patriota" die Geburt des Kindes eines Spielers ausgelassen gefeiert. Plötzlich stürmten an die 30 Roma ins Lokal. Nach Berichten ungarischer Medien war die Gruppe auf Revanche nach einem vorangegangenen Streit aus.

Handballer wollte Kellnerin beschützen
Als sie ihre vermeintlichen Gegner nicht fanden, pöbelten sie eine Kellnerin an. Der 2,11 Meter große Marian Cozma (26), der kroatische Torhüter Ivan Pesic (20) und der serbische Spieler Zarko Sesum (23) wollten helfen. Es kam zum Kampf, Cozma wurde auf die Straße gedrängt und erstochen. Seine beiden Sportkollegen erlitten schwerste Verletzungen. Dem 20-Jährigen musste eine Niere entfernt werden, der 23-Jährige erlitt einen Schädelbruch und dürfte auf einem Auge seine Sehkraft verlieren.

Bilder vom Tatort findest du in der Infobox!

Kein Widerstand bei Verhaftung
Die Täter flohen - die Alarmfahndung wurde eingeleitet. Auf der "Süd" im oststeirischen Bad Blumau war nach 164 Kilometern für drei Verdächtige Endstation. Widerstandslos ließen sich Sandor R. (28), seine Freundin Peterne G. (37) und Gyözö N. (31) - sie wollten nach Italien fliehen - festnehmen. Beamte der Autobahnpolizei Hartberg: "Die drei dürften gleich gewusst haben, worum es geht. Sie haben keine Fragen gestellt."

Trio wartet auf Auslieferung
Die Männer sind in Ungarn wegen mehrerer Gewaltdelikte vorbestraft, das Trio wurde in die Justizanstalt Graz-Jakomini gebracht und wartet dort auf seine Auslieferung.

"Wir empfinden tiefen Schmerz"
Der Marian Cozma, der seit 2006 für Veszprém im Einsatz gewesen war, hatte am Samstag noch mit vier Toren zum 42:23-Liga-Sieg gegen Balatonfüred beigetragen. MKB hat 2008 den Europacup der Cupsieger gewonnen. "Wir empfinden tiefen Schmerz. Es ist fraglich, ob die anstehenden Meisterschaftsspiele wegen der Tragödie stattfinden werden", sagte MKB-Cheftrainer Lajos Mocsai.

Der Europäische Handballverband (EHF) mit Sitz in Wien drückte der Familie des ermordeten Cozma seine Anteilnahme aus und wünscht den beiden schwer verletzten Spielern baldige Genesung.

von Eva Molitschnig ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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