Fr, 25. Mai 2018

WM-Super-Kombi

10.02.2009 14:01

Svindal holt Gold - Pleite für ÖSV-Herren

Aksel Lund Svindal hat sich am Montag bei der Ski-WM in Val d'Isere Gold in der Super-Kombination geholt. Während mit Jean Baptiste Grange, Adrien Theaux und Bode Miller drei der Top-Vier nach der Abfahrt im Slalom ausschieden, siegte Svindal, der schon nach der Abfahrt geführt hatte, mit einer Gesamtzeit von 2:23,00 Minuten mit 0,90 Sekunden vor dem französischen Kitzbühel-Sieger Julien Lizeroux, der in Val d'Isere die erste Herren-Medaille für Frankreich gewann. Bronze ging mit 1,58 Sekunden Rückstand sensationell an den Kroaten Natko Zrncic-Dim. Für Österreichs Herren gab es erneut eine herbe Niederlage. Bester des ÖSV-Teams war Romed Baumann auf Platz neun.

Im Nachtslalom fielen die Favoriten der Reihe nach den schwierigen Verhältnissen auf der "Face de Bellevarde" zum Opfer, so schieden u.a. die nach dem Speed-Teilbewerb in hervorragender Ausgangsposition liegenden Jean-Baptiste Grange (FRA) - zum Leidwesen der vielen tausend Zuschauer - und Bode Miller (USA) aus. Lizeroux gelangt der Sprung von 22 auf 2, der 29-Jährige aus Albertville hatte im Jänner den Kitzbühel-Sieg seinem im Juli 2008 bei einem Basejump-Unfall verstorbenen Bruder Yoann gewidmet.

"Es war schon ein toller Moment, in Kitzbühel den Slalom gewonnen zu haben. Aber dass hier ist noch viel besser. Ich war fast drei Sekunden hinter dem Führenden in der Abfahrt, in der Pause habe ich mir in meinem Zimmer gedacht, ich muss einfach 100 Prozent geben", meinte Lizeroux, der sich mit Svindal freute: "Aksel ist ein großartiger Skiläufer und ich bin sehr stolz, sein Vize-Weltmeister zu sein."

Eindrucksvolles Comeback von Svindal
Svindal, der 14 Monate nach seinem schweren Unfall in Beaver Creek sein eindrucksvolles Comeback krönte, hatte nach der Abfahrt geführt und sprach nach dem entscheidenden Slalom von einem "guten Timing". "Julien ist so gut gefahren und alle waren weit hinten, ich habe gewusst, ich muss richtig Gas geben, sonst habe ich keine Chance. Bester Allrounder ist immer noch der, der den Gesamt-Weltcup gewinnt", sagte der 26-jährige Doppel-Weltmeister von Aare 2007, der sich immer noch etwas über die Spezialabfahrt ärgerte. "Heute habe ich gezeigt, dass ich doch schnell bin. Es ist ein schönes Gold nach einer Abfahrt, nach der ich sehr enttäuscht war." Nach seinem Unfall wollte er nur zurückkommen und um Podestplätze mitfahren, deshalb bedeute ihm dieses Gold sehr viel.

Der drittplatzierte Zrncic-Dim ist im Team von Ex-ÖSV-Abfahrtscoach Walter Hubmann (trainiert auch im Burgenland Kondition bei Heinrich Bergmüller) und jubelte nach Bronze: "Das ist der schönste Tag in meinem Leben, hier habe ich auch meine ersten Weltcuppunkte in der Kombi und meinen ersten Weltcup-Podestplatz geholt. Ich liebe Val d'Isere, das ist für mich der schönste Platz."

ÖSV-Herren noch immer ohne Medaille
Wenig Grund zum Jubeln hatten die Österreicher. "Wenn ich auf die Liste schaue und sehe, wie knapp ich dabei gewesen wäre mit einem gutem Slalom, zipft‘s mich schon ein bisserl an. Ich habe in der Abfahrt wegen der Sicht zu viel verloren, im Slalom bin ich noch nicht so in Form. Es war extrem schwierig, weil die Piste extrem nachgelassen hat, da hat mir die Routine gefehlt", meinte Baumann, dem auf Bronze 0,63 Sekunden fehlten.

Hirscher, der eine gute Abfahrt hingelegt hat, scheiterte im Slalom: "Zu viel riskiert habe ich nicht. Man hat an Lizeroux gesehen, dass nur so der Weg zu einer Medaille führt", meinte der 19-Jährige, der auf gutem Weg gewesen war, und vom schwierigsten Slalom der Saison sprach: "Teilweise sind wir im Tiefschnee gefahren, teilweise auf der Abfahrtspiste und damit auf blankem Eis", beschrieb er die Verhältnisse.

Bernhard Graf, wie Hirscher WM-Debütant, sah ebenfalls das Ziel im Slalom nicht. "Ich habe oben einen gröberen Fehler gehabt und dann riskiert. Das war dann zu viel des Guten, ich bin zu direkt gefahren. Natürlich bin ich ein bisserl enttäuscht, aber ich habe sehr viel Erfahrungen gesammelt da und das werde ich mitnehmen und versuchen, was daraus zumachen", meinte der 20-Jährige, der auch in der Abfahrt bei einer scharfen Rechtskurve gepatzt hatte.

Raich wird beim Teambewerb fehlen
Bereits in der Abfahrt ausgeschieden war Benjamin Raich, der daraufhin die Heimreise antrat. Der Pitztaler raste auf der von den vorangegangenen Rennen stark mitgenommenen "Face de Bellevard" nach einem Fahrfehler knapp vor der zweiten Zwischenzeit an einem Richtungstor vorbei. Zu diesem Zeitpunkt lag der 30-Jährige, der in den letzten Tagen immer wieder davor gewarnt hatte, ihn als "Retter der Ski-Nation" darzustellen, allerdings schon mehrere Zehntel zurück.

"Ich bin enttäuscht. Aber ich muss das so schnell wie möglich abhaken und in die Zukunft schauen", meinte Raich, der Dienstag und Mittwoch in Jerzens trainieren und dann für den Riesentorlauf am Freitag und Slalom am Sonntag in den WM-Ort zurückkehren wird. "Benni muss schauen, dass er jetzt wieder in Schuss kommt. Das ist wichtiger als der Teambewerb", meinte ÖSV-Alpinchef Hans Pum dazu.

Endstand der WM-Super-Kombination:

Rang

Name

Nation

  Abfahrt

Slalom

 Endzeit

 1

SVINDAL Aksel Lund 

NOR 

 1:30.99

 52.01

 2:23.00

 2

LIZEROUX Julien 

FRA 

 1:33.92

 49.98

 2:23.90

 3

ZRNCIC-DIM Natko 

CRO 

 1:32.59

 51.99

 2:24.58

 4

ZURBRIGGEN Silvan 

SUI 

 1:32.94

 51.65

 2:24.59

 5

FILL Peter 

ITA 

 1:33.23

 51.73

 2:24.96

 6

VILETTA Sandro 

SUI 

 1:33.21

 51.86

 2:25.07

 6

MERMILLOD BLONDIN T. 

FRA 

 1:33.88

 51.19

 2:25.07

 8

BAUMANN Romed 

AUT 

 1:32.74

 52.47

 2:25.21

 9

JANSRUD Kjetil 

NOR 

 1:32.70

 52.60

 2:25.30

 10

HOROSHILOV Alexandr 

RUS 

 1:33.94

 51.97

 2:25.91

 11

KRYZL Krystof 

CZE 

 1:33.00

 53.22

 2:26.22

 12

JERMAN Andrej 

SLO 

 1:32.30

 54.02

 2:26.32

 13

RATKIC Ivan 

CRO 

 1:34.01

 52.67

 2:26.68

 14

SIROKI Tin 

CRO 

 1:33.70

 53.41

 2:27.11

 15

INNERHOFER Christof 

ITA 

 1:32.73

 54.64

 2:27.37

 16

RAINER Niklas 

SWE 

 1:33.16

 54.27

 2:27.43

 17

OLSSON Hans 

SWE 

 1:34.43

 53.03

 2:27.46

 18

STA

 19

BABUSIAK Jaroslav 

SVK 

 1:34.26

 53.39

 2:27.65

 20

KEPPLER Stephan 

GER 

 1:34.11

 53.71

 2:27.82

 21

THANEI Stefan 

ITA 

 1:34.90

 54.73

 2:29.63

 22

GEORGIEV Stefan 

BUL 

 1:35.75

 54.56

 2:30.31

 23

BYDLINSKI Maciej 

POL 

 1:35.91

 57.61

 2:33.52

Ausgeschieden in der Abfahrt u.a.:
Benjamin Raich (AUT)

Ausgeschieden im Slalom u.a.:
Marcel Hirscher, Bernhard Graf (beide AUT), Adrien Theaux (FRA), Bode Miller (USA), Jean-Baptiste Grange (FRA), Lars Elton Myhre (SWE)

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