Do, 24. Mai 2018

Bis zu 3,4 Promille

10.02.2009 00:19

169 Jugendliche im Jahr '08 als "Alkohol-Leichen"

Jetzt sind sie da, die Zahlen aus dem Vorjahr - sie sind erschreckend und die zweithöchsten binnen 15 Jahren! 169 Jugendliche landeten 2008 mit der "Hauptdiagnose Alkohol" in der Grazer Kinderklinik, viele davon noch keine 14 Jahre alt, ein Mädchen gar mit 3,4 Promille Alkohol im Blut. Der Chef der Kinderklinik, Prof. Wilhelm Müller, weiß, dass "seine" Fälle nur die Spitze des Eisbergs sind und sieht zur ganzen Thematik noch eine gefährliche Entwicklung: "Die Gesellschaft nimmt dieses enorme Problem mittlerweile als gegebene Tatsache hin..."
Herr Professor Müller, 169 betroffene Kinder und Jugendliche in einem Jahr - das ist verdammt viel...
"Da haben Sie recht. Es ist die zweithöchste Zahl innerhalb von 15 Jahren nach dem Rekordjahr 2007 - eine erschreckende Entwicklung."

Gibt es Details dazu?
"Mädchen und Burschen halten sich in etwa die Waage, nicht nur weil die Mädels mithalten wollen, sondern auch weniger Gewicht haben und daher rascher Ausfälle zeigen. Ein 15-jähriges Mädel hatte 3,4 Promille im Blut. 23 waren noch keine 14 Jahre alt. Ich bin schon froh, dass es keine Toten gab..."

Sie sagen, dass die Kinder, die im Spital landen, nur die Spitze des Eisbergs sind?
"Da muss man der Realität voll ins Auge sehen. Ich schätze, dass bis zu 90 Prozent der Jungen trinken, das gehört heute zum Jugendkult - die Zahl der jungen Patienten, die zu uns gebracht werden, ist nur der Indikator für Schwerstverunfallte."

Wie reagieren die Eltern, wenn sie ihre Kinder holen?
"Am häufigsten höre ich den Vorwurf: 'Wie konntest du MIR das antun?' - statt zu fragen, was das Kind für Probleme hat."

Die Alkohol-Missbrauchsbilanz bei Jugendlichen gibt es jedes Jahr. Bemerken Sie Reaktionen?
"Mittlerweile kaum mehr, mir sind auch kaum Initiativen zur Gegensteuerung bekannt. Die Jugend trinkt, und die Gesellschaft nimmt hin, was sie meint, nicht ändern zu können..."

Interview: Christa Blümel, "Steirerkrone"

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