So, 27. Mai 2018

Otto-Schließung

10.02.2009 00:21

Mitarbeiter: "Es trifft uns alle bis ins Mark!"

Es vergeht derzeit keine Woche ohne Horrormeldungen über Jobabbau und Schließungen. Auch die Steiermark hat die Krise mittlerweile voll erfasst: So wurde am vergangenen Mittwoch bekannt, dass das Otto-Logistikzentrum in Kalsdorf bei Graz geschlossen wird, 270 Angestellte mit Anfang 2010 auf der Straße stehen werden - siehe Infobox. Eine Mitarbeiterin aus Leibnitz ist eine der Betroffenen.

Stellvertretend für ihre Arbeitskollegen schildert die Steirerin, wie die Stimmung innerhalb der Belegschaft ist:

"Seit meine Arbeitskollegen und ich die Hiobsbotschaft erhalten haben, dass unser Standort von der Konzernleitung in Deutschland mit Anfang 2010 geschlossen wird, sind wir wie paralysiert. Es ist unbegreiflich, warum es uns trifft. Der Betrieb wurde erst vor zwei Jahren umgebaut und modernisiert. Unser Standort kann mit sehr guten Bilanzen, gesteigertem Leistungspotenzial und geringer Fehlerquote aufwarten. Wir alle haben unser Bestes gegeben. Wir haben Überstunden geschoben, sind samstags rein, um die Aufträge so schnell wie möglich abzuarbeiten.

Alle hängen in der Luft
Die Entscheidung des Konzerns trifft uns alle bis ins Mark, vom Arbeiter bis zur Geschäftsführung! Es gibt bei uns so viele Arbeitnehmer, die 50 Jahre und mehr sind. Ehepaare, alleinerziehende Mütter, Frauen, deren Partner erst vor einigen Monaten ihren Arbeitsplatz verloren haben oder in Kurzarbeit geschickt wurden und die Jungen - alle hängen in der Luft.

Ein gesunder Betrieb wird geschlossen
Sicher, das eine Jahr gibt einigen die Chance, sich neu zu orientieren, aber für die Älteren ist der Zug abgefahren. Es ist einfach unverständlich, dass ein Betrieb, der gesund ist und positiv bilanziert, geschlossen wird. Wir sind gerne im Betrieb, schätzen sehr, dass wir unser Gehalt immer pünktlich auf dem Konto haben. Unser Betriebsklima ist auch in Ordnung. Wir würden gerne weiter unsere Arbeitskraft in den Betrieb einbringen, wenn man uns nur lässt. Vielleicht besteht ja noch eine kleine Chance, dass die Konzernführung in Deutschland ihre Entscheidung zu unseren Gunsten revidiert. Die Hoffnung stirbt zuletzt!"

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