Mi, 23. Mai 2018

Flammen-Inferno

11.02.2009 10:55

Buschbrände verwüsten Australien - 200 Tote

Dem verheerendsten Feuerinferno in der jüngeren Geschichte Australiens sind nach offiziellen Angaben vom Dienstag bislang mindestens 200 Menschen zum Opfer gefallen. Die Behörden gehen allerdings davon aus, dass die Zahl der Opfer noch steigt. Unterdessen wurde eine etwa 100 Beamte umfassende Sonderkommission der Polizei zur Untersuchung der Buschfeuer gebildet. Sie soll auch nach möglichen Brandstiftern fahnden, wie ABC News berichtete. Australiens Ministerpräsident Kevin Rudd hatte angesichts der hohen Opferzahl von einem "Massenmord" durch Brandstifter gesprochen.

John Brumby, Ministerpräsident des Bundesstaats Victoria, kündigte zudem eine Untersuchungskommission an, die alle Aspekte der Brandbekämpfung und der Feuerprävention überprüfen werde. Aus den Ergebnissen sollten Lehren gezogen werden, damit sich ein solches Desaster nicht wiederholen könne. Eine Agentur soll Pläne für den Wiederaufbau der zerstörten Orte und der Infrastruktur erarbeiten. Die Aufbauarbeiten sollen bereits in den kommenden Wochen beginnen, so Brumby. 

1.000 Häuser ein Raub der Flammen
Das schlimmste Inferno der vergangenen Jahrzehnte zerstörte auf einer Fläche von rund 3.500 Quadratkilometern - das entspricht in etwa der Fläche des Burgenlands - an die 1.000 Häuser. Hunderte Menschen wurden verletzt, Tausende wurden obdachlos. Die Zahl der Todesopfer übersteigt das Ausmaß der sogenannten Aschermittwochbrände von 1983, bei denen im Süden Australiens 75 Menschen ums Leben gekommen waren. Bislang prominentestes Opfer: der 78-jährige Brian Naylor und dessen Frau. Der inzwischen pensionierte Nachrichtensprecher hatte vor 26 Jahren über die bis dahin größte Brandkatastrophe berichtet.

Geschätzter Schaden beläuft sich auf 260 Millionen Euro
Aus allen Teilen Australiens kamen unterdessen am Montag Helfer und Feuerwehrleute in die von dem Inferno heimgesuchten Gebiete. Auch das Militär und Zehntausende Freiwillige sind im Einsatz, zudem versuchen Hunderte Flugzeuge aus der Luft, die lodernden Flammen zu löschen. Der Versicherungskonzern Allianz schätzte, die Schäden könnten sich auf mehr als 500 Millionen australische Dollar (etwa 260 Millionen Euro) belaufen.

"Kontinent des Feuers"
Die Umweltstiftung WWF erklärte am Montag, die Erwärmung des Klimas werde zu noch schlimmeren Trockenheiten und Feuern führen. Für Sydney geht die Organisation von einem Temperaturanstieg von 4,8 Grad Celsius zum Jahr 2070 aus. Die schlimmen Folgen der Brände in Australien hingen aber vor allem mit mangelnder Prävention und der "ungenügenden Einstellung des Menschen auf natürliche Gegebenheiten" zusammen. Australien sei von jeher ein Kontinent des Feuers gewesen. Etwa 95 Prozent aller Waldbrände werden laut WWF vom Menschen verursacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden