Do, 23. November 2017

Marathon-Debüt

06.02.2009 15:25

Weidlinger hat Respekt vor seinem Wien-Lauf

Der Neunkirchner Günther Weidlinger sieht sich zehn Wochen vor seinem Marathon-Debüt am 19. April in Wien, bei dem er den 23 Jahre alten ÖLV-Rekord von Gerhard Hartmann brechen will, auf einem guten Weg. Österreichs einziger Läufer von Weltklasseformat hat zwei Trainingslager in Australien bzw. Spanien hinter sich und die Belastungen von bis zu 220 Trainingskilometern pro Woche laut eigenen Angaben gut verkraftet.

Die 42,195 km flößen ihm, wie jedem Hobbyläufer, gehörigen Respekt ein, so Weidlinger, der seit September 2.700 km in den Beinen hat. "Im Training zwei, drei Kilometer im Marathontempo zu laufen und sich dann vorzustellen, das Ganze in 2:12 zu schaffen - das wird eine spannende Geschichte. Der Respekt ist immer noch da, aber ebenso groß ist die Vorfreude", sagte Weidlinger am Freitag in Wien. Den Hartmann-Rekord (2:12:22 Stunden) zu knacken sei jedenfalls realistisch, angesichts seiner Vorleistungen auf der Bahn und über die Halbmarathondistanz (ÖLV-Rekord: 1:01:42 Stunden) ist das dem Oberösterreicher auch zuzutrauen.

Härtetest
Am Sonntag plant der 30-Jährige im Wiener Prater einen Testlauf über die Halbmarathon-Distanz. Diesen will der Oberösterreicher lediglich im geplanten Marathon-Tempo absolvieren. Dabei geht er auf die Jagd nach Berglauf-Weltmeisterin Andrea Mayr, die in Wien ebenfalls erstmals Marathon laufen wird, und am Sonntag einige Minuten vor ihm ins Rennen geht. Ein Härtetest soll bei einem weiteren Lauf über die halbe Distanz am 28. März in Prag folgen, aber auch dabei will sich Weidlinger nicht völlig ausgeben, um die monatelange Vorbereitung auf den Tag X, drei Wochen später, nicht zu gefährden.

Zuvor zieht es den Neukirchner ein weiteres Mal für drei Wochen zum Training in den Süden. In Viareggio/Italien will er weiter an der Form feilen und Kilometer "fressen". Die drei Wochen danach bereiten Weidlinger aber noch Kopfzerbrechen. Er hat sich für die finale Trainingsphase Tipps von Weltrekordler Haile Gebrselassie aus Äthiopien und dem Schweizer Olympia-Sechsten Viktor Röthlin geholt. "Haile hat gesagt, ich soll es beim ersten Marathon nicht übertreiben", erklärte Weidlinger, der beim Debüt nicht alles "zerreißen" will.

Auch Vienna City Marathon-Organisator Wolfgang Konrad will Weidlinger nicht noch mehr unter Druck setzen und überlässt die Zeitvorgaben alleine dem Athleten. Nach einem weiteren Marathon im Herbst, soll er nach Konrads Vorstellungen 2010 dann in Wien eine Klassezeit ins Auge fassen. Bei der WM Ende August in Berlin ist ein Marathon-Start Weidlingers nicht wahrscheinlich. Die zu erwartende Hitze und die Planung für den Herbst sprächen eher für ein Antreten über 10.000 m.

"Anti-Doping-Manifest" unterschrieben
Mit "Clean Running" hat der VCM eine Fairness- und Anti-Doping-Kampagne ins Leben gerufen. Über 2.000 Hobbyläufer aus 41 Nationen haben sich im Internet bereits als Unterstützer der Erklärung deklariert. Weidlinger selbst unterschrieb das "Manifest" am Freitag und verpflichtete sich damit, bei einem Dopingvergehen unter anderem, "sämtliche Förderungen, sowie Preis- und Sponsorengelder, die ich in den drei Jahren davor erhalten habe, entsprechend der Geber zurückzuzahlen".

Strenge und intelligente Dopingkontrollen seien notwendig, heißt es in dem Manifest weiter. Weidlinger hat sich seit August keinem einzigen unangekündigten Test unterziehen müssen, was er als sehr schade erachtet. "Ich würde es besser finden, würde ich öfters kontrolliert. Jeder Test gibt mir die Möglichkeit zu beweisen, dass ich sauber bin", betonte Weidlinger.

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