So, 27. Mai 2018

IMAS-Umfrage

05.02.2009 19:00

Faymann kämpft um junge Wähler

Brandneue, für SPÖ wie ÖVP schockierende IMAS-Umfrage über das aktuelle Wahlverhalten von Wählern unter 30 Jahren: Die Regierungsparteien kommen in dieser Altersgruppe nur auf 23 Prozent (SPÖ) bzw. 21 Prozent (ÖVP) Wähleranteil, während die FPÖ 29 Prozent dieser Wähler erreicht. Dazu Kanzler Faymann: "Wir werden um das Vertrauen der Jungen kämpfen."

Schon bei der letzten Nationalratswahl räumten FPÖ und BZÖ bei jungen Wählern bis 30 Jahre den Löwenanteil der Stimmen ab und kamen in dieser Altersgruppe zusammen auf über 30 Prozent. Eine aktuelle von IMAS Ende Jänner 2009 durchgeführte Umfrage zeigt ein ähnliches Bild: Bei den Unter-30-Jährigen kommt die SPÖ derzeit auf 23 Prozent, die ÖVP auf 21, die FPÖ erreicht 29, die Grünen 19 und das BZÖ immerhin 8.

Ein Langzeitvergleich von IMAS über das Wahlverhalten junger Wähler zeigt darüber hinaus, dass der Stimmenanteil für SPÖ und ÖVP in dieser Altersgruppe im Laufe der Jahre mehr als halbiert wurde. Hauptgrund dafür, dass sich die Jungen von "Rot" wie "Schwarz" gleichermaßen abwenden, ist laut IMAS das fehlende Vertrauen in die etablierte Politik im Allgemeinen. Dazu kommt, dass bei den Jungen mehr denn je die große Angst vor der Arbeitslosigkeit umgeht.

Faymann: "Protestverhalten, das wir ernst nehmen"
Bundeskanzler Faymann, von der "Krone" auf diese Angst der Jungen angesprochen: "Es ist ein Protestverhalten, das wir sehr ernst nehmen werden. Ein Protest, weil viele junge Wähler der Meinung sind, dass die Politik zu wenig für sie macht. Diese Menschen wollen keinen Herrn Strache als Bundeskanzler, aber sie wollen geschützt werden. Wir werden sie auch schützen, und dann kommen sie auch wieder zu uns zurück."

Im Detail hat der Regierungschef vor, den österreichischen Arbeitsmarkt weiter, und zwar bis 2011, gegen Arbeitskräfte aus den neuen EU-Ländern im Osten abzuschotten. Faymann zur "Krone": "Wir können doch nicht unseren Jungen sagen, jawohl, es ist derzeit schwierig, einen Job zu finden, und zugleich lassen wir aber neue Arbeitskräfte ins Land - das würde niemand verstehen." Was die Durchsetzung dieser Abschottung Österreichs gegen Fremd-Arbeitskräfte aus dem EU-Osten betrifft, so hat Faymann dieses Vorhaben schon bei der EU-Kommission deponiert.

Apropos Abschottung: Laut EU-Gewerkschaft beginnt auch in anderen Ländern angesichts der Krise die Stimmung gegen Gastarbeiter zu kippen. In Großbritannien protestierten britische Raffineriearbeiter, weil sie gefeuert und durch Italiener ersetzt werden sollten...

Peter Gnam, Kronen Zeitung
Symbolbild

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