Mo, 28. Mai 2018

Nachfrageeinbruch

05.02.2009 14:47

5.000 Fiat-Angestellte müssen kurzarbeiten

Fiat bekommt die Krise im Autosektor immer härter zu spüren. Die Rezession belastet jetzt nicht mehr nur die Arbeiter des italienischen Autobauers, sondern immer stärker auch die Angestellten. 5.000 von ihnen müssen kurzarbeiten und werden Anfang März zwei Wochen zu Hause bleiben. Die Betroffenen werden aus der Verdienstausfallkasse bezahlt, kündigte Fiat an.

Die Maßnahme betrifft einen Großteil der Angestellten im Turiner Hauptquartier Mirafiori. Schon im Februar mussten 2.000 Angestellte kurzarbeiten. Alle Fiat-Werke in Italien waren zudem über die Weihnachtszeit vier Wochen lang geschlossen. Wegen der Krise wurde der Produktionsstopp an verschiedenen Standorten sogar verlängert. Damit reagiert der Konzern auf einen starken Nachfrageeinbruch von 31,3 Prozent im Jänner.

Italiens Automarkt massiv geschrumpft
In Italien herrscht Alarm wegen der schweren Krise auf dem Automarkt. Dieser ist im Jänner im Jahresvergleich um 32,6 Prozent auf das niedrigste Niveau seit 25 Jahren geschrumpft. Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi bekräftigte seine Pläne, ein Hilfspaket für die Autoindustrie zu verabschieden. Zentrales Instrument im Maßnahmenpaket ist die Verschrottung von Altautos mit einem Öko-Bonus von 1.400 Euro. Zudem wird auch eine Steuer von 500 Euro auf Luxus-Kfz geprüft. Geplant ist auch eine Förderung der Unternehmen, die in Forschung und ökologische Erneuerung investieren.

Insgesamt 300.000 Arbeitsplätze bedroht
Der Unternehmerverband Confindustria warnte indes, dass in der italienischen Autobranche 300.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. In dem Sektor seien 2.500 Unternehmen mit 400.000 Mitarbeitern aktiv. In diesem Jahr könnten 360.000 weniger Autos abgesetzt werden, dies bedeute, dass Italiens Bruttoinlandsprodukt (BIP) um einen halben Prozentpunkt sinken könnte.

Protest der Fiat-Belegschaft bei Neapel
Cirka 1.000 Mitarbeiter des Fiat-Werks in der süditalienischen Stadt Pomigliano d'Arco bei Neapel haben am Donnerstag demonstriert, um Garantien für die Zukunft der von der Krise in der Autoindustrie gefährdeten Produktionsanlage zu verlangen. Die Demonstranten besetzten eine Zugangsstraße zur Autobahn. Einige von ihnen versuchten, die Autobahn zu blockieren, die Polizei griff ein und es kam zu Handgreiflichkeiten.

"Es gibt keinen Plan für unser Werk. Wir sind seit Monaten auf Kurzarbeit. Wir verlangen vom Unternehmen klare Informationen über unsere Zukunft", betonte ein Sprecher der Demonstranten.

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