Fr, 25. Mai 2018

Umstrittener Plan

05.02.2009 18:14

Koalitionskrise wegen "Thalia-Deals"

Es ist ein aus mehreren Gründen höchst umstrittener Plan, den die ÖVP unter Siegfried Nagl da verfolgt. Wie die "Krone" am Mittwoch berichtete, will man dem eher glücklos agierenden "Acoton"-Immobilien-Chef Gerald Gollenz die "Thalia", eines der größten Immobilienprojekte in Graz, wieder abkaufen. Manch einer wittert nun einen Polit-Skandal.

Für die grüne Vize-Bürgermeisterin Lisa Rücker ist klar: "Es ist nicht Aufgabe der Stadt, einem Investor aus der Patsche zu helfen." Die Grünen sind zornig auf die ÖVP, weil sie von den Kaufabsichten nicht informiert waren. Rücker: "Alle Unterlagen gehören auf den Tisch!"

Gollenz mit seiner Thalia unter Druck
Seit Jahren hakt es bei der Thalia. Laut Gesprächsprotokoll einer Sitzung mit Stadt-Vertretern drängt Gollenz auf eine Lösung bis März. "Durch die Nichtrealisierung des Hotelprojektes bzw. der Verzögerung (vier Jahre) wurden bereits sehr große Geldsummen investiert", heißt es. Und: "Der Druck kommt vom neuen Eigentümer (der Acoton) und der Bank."

Übernahmeangebot der Stadt
Bei der Sitzung vom 25.11.2008 wurde vereinbart, dass die Stadt bis 12.2.2009 ein verbindliches Übernahmeangebot an Gollenz legt. ÖVP-Finanzstadtrat Gerhard Rüsch: "Wir prüfen die wirtschaftliche Situation. Ist ein Engagement vernünftig, wollen wir kaufen."

Grüne und SPÖ gegen Rückkauf
Für den Rückkauf der Thalia braucht's einen Gemeinderatsbeschluss. Die Grünen sagen "Nein". Auch SPÖ-Chef Wolfgang Riedler denkt nicht daran zuzustimmen: "Nagl ist gefordert, nur ja nicht den Anschein persönlicher Einflussnahme zu erwecken."

2004: Gollenz kaufte Nagl-Haus
Riedler spricht eine alte Geschichte an: Gollenz hatte Nagl 2004 dessen Haus in der Griesgasse abgekauft - trotz Pfandrechts von 875.000 Euro, das auf dem Grund lastete, und Kritik von Altstadtschutz und Stadtplanung an der geplanten "Murgalerie". Die Grünen gingen mit Nagl damals hart ins Gericht...

"Graz Inoffiziell" von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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