Do, 24. Mai 2018

Haltbarkeitsdatum

04.02.2009 13:48

Chip verrät, wann Lebensmittel abgelaufen sind

Wenn bei Lebensmitteln die Kühlkette unterbrochen wird, kann der Verbraucher böse Überraschungen erleben. Da hilft auch die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums auf der Verpackung nichts. Abhilfe schaffen könnte nun eine Erfindung von deutschen Forschern. Sie haben einen Chip entwickelt, der neben der Lagerzeit auch die Temperatur berücksichtigt und so verrät, wann ein Produkt tatsächlich ablaufen wird oder ob es bereits abgelaufen ist.

Das elektronische Mindesthaltbarkeitsdatum - ein Plastikchip mit dem Namen PolyTaksys - reagiert auf Änderungen der Lagertemperatur und passt seine Anzeige entsprechend an. Kunden könnten also bereits im Supermarkt erkennen, wenn ein Produkt nicht mehr ganz frisch ist, auch wenn es rein rechnerisch noch haltbar sein sollte.

„Das Schöne an PolyTaksys ist, dass es ohne Batterie funktioniert. Es ist auch nicht teuer: Die Herstellungskosten würden bei entsprechenden Stückzahlen bei einem bis zu fünf Cent pro Chip liegen", erklärt Prof. Meinrad Knoll vom Institut für physikalische Chemie an der Universiät Münster. PolyTaksys ist eine physikalisch-chemische Uhr. Das System basiert auf einem elektrisch leitfähigen Polymer, das seine Farbe ändert - abhängig von der Zeit, die seit der Systemaktivierung verstrichen ist, und der Temperatur.

"Finger weg" bei Rot
Genutzt kann das System in verschiedenen Varianten (Bild) werden. Eine Möglichkeit ist die Anzeige eines Balkens, der angibt, wie frisch das Produkt ist. Je länger der Balken wird, desto näher rückt das Ablaufdatum. Wenn er die 100-Prozent-Marke erreicht, wird die Haltbarkeitsgrenze überschritten. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen Schriftzug erscheinen zu lassen, der vor einem abgelaufenen Produkt warnt. „Ich finde auch die Ampel-Variante toll, bei der nacheinander Farbpunkte (Bild) angezeigt werden – Grün für 'frisch', Gelb für 'bald abgelaufen' und Rot für 'Finger weg'", sagt Knoll augenzwinkernd.

Foto: Meinhard Knoll/Universität Münster

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