Mo, 21. Mai 2018

Armee vs. Rebellen

04.02.2009 14:29

Kämpfe in Sri Lanka fordern über 50 zivile Opfer

Bei schweren Kämpfen zwischen Armee und tamilischen Rebellen in Sri Lanka sind nach UNO-Angaben mindestens 52 Zivilisten durch Artilleriebeschuss im Norden des Landes getötet und weitere 80 Menschen teils schwer verletzt worden. Es sei unklar, wer die Schüsse abgegeben habe. Das einzige Krankenhaus in der Region sei nach anhaltendem Beschuss, bei dem unter anderem Streubomben zum Einsatz gekommen seien, Mittwoch früh geräumt worden.

Sri Lankas Staatschef Mahinda Rajapakse versprach am Mittwoch in einer Rede an die Nation nach mehr als 25 Jahren Bürgerkrieg einen vollständigen Sieg über die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in den kommenden Tagen. "In ein paar Tagen werden wir die Terroristen entscheidend besiegen", sagte Rajapakse bei der Militärparade zum 61. Unabhängigkeitstag in Colombo.

Sri Lanka sei zum Opfer "der mächtigsten Terrororganisation der Welt" geworden, die manche für unbesiegbar gehalten hätten. In den vergangenen zweieinhalb Jahren sei es den Sicherheitskräften aber gelungen, die LTTE fast vollständig zu besiegen. Alle, die wegen des Bürgerkriegs aus dem Land geflohen seien, sollten nach Hause zurückkehren.

Rebellen von Militär eingekesselt
Die Armee hat die Tamilen-Rebellen, die einst weite Teile der Insel kontrollierten, auf einen kleinen Streifen Land im Nordosten zurückgedrängt und dort eingekesselt. Hilfsorganisationen haben große Sorge über das Schicksal der nach ihren Angaben rund 250.000 im Kampfgebiet eingeschlossenen Zivilisten geäußert.

Nach Angaben der Armee starben seit Beginn der Militäroffensive vor zweieinhalb Jahren mehr als 12.000 Rebellen und 3.500 Soldaten. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht. Das Militär gewährt Journalisten und anderen unabhängigen Beobachtern keinen Zugang zum Kampfgebiet. Zuletzt mussten die Rebellen heftige Verluste im Kampf gegen die Regierungstruppen hinnehmen, denen es gelang, wichtige Gebiete zurückzuerobern.

Blutiger Bürgerkrieg seit 25 Jahren
Die LTTE, die auch in der EU auf der Liste der Terrororganisationen steht, kämpft seit 1983 für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit im Norden von Sri Lanka. Der Bürgerkrieg hat bereits mehr als 70.000 Menschen das Leben gekostet.

Die Außenminister der USA und Großbritanniens riefen die Kriegsparteien unterdessen zu einer sofortigen und befristeten Waffenruhe auf. Eine Feuerpause müsse es Zivilpersonen und Verletzten ermöglichen, die umkämpften Gebiete zu verlassen, erklärten Hillary Clinton und David Miliband am Dienstag nach einem Treffen in Washington. Langfristig müsse es für den Konflikt zwischen Regierungstruppen und tamilischen Rebellen eine politische Lösung geben. "Es ist jetzt Zeit, die politischen Gespräche wieder aufzunehmen."

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