Mi, 23. Mai 2018

Halten ist lukrativer

03.02.2009 15:11

Verkauf des Palais Auersperg wieder abgesagt

Der Verkauf des Prunkpalais Auersperg ist wegen der Finanzkrise zurückgezogen worden - allerdings nicht wegen mangelnden Interesses auf Käuferseite, sondern auf Verkäuferseite. "Das Zinsniveau hat sich so entwickelt, dass es mehr Sinn macht, die Immobilie zu halten, anstatt sie zu verkaufen", berichtet Berndt Kretschmer vom Salzburger Immobilientreuhänder Stiller & Hohla.

So sei zwar grundsätzlich der Bedarf verschiedener Interessenten vorhanden gewesen, es habe sich für die Verkäuferseite aber die Frage gestellt, wie ein etwaiger Erlös zu veranlagen sei. Das gelte übrigens allgemein für den Immobilienmarkt, betonte Kretschmer: "Wir spüren im Moment dank der Finanzkrise nur eine Verknappung auf der Verkäuferseite." Deshalb habe man nun den Auersperg-Verkaufsprozess offiziell beendet - was nicht bedeute, dass man nicht weiterhin gesprächsbereit sei.

Einnahmen haben sich dramatisch verbessert
Außerdem müsse man betonen, dass die Verhandlungsbereitschaft auf Seite der Verkäufer - zwei in Liechtenstein ansässigen Firmen im Eigentum von EU-Bürgern - auch deswegen gering sei, da sich das Verhältnis der Einnahmen zu den Finanzierungskosten dramatisch verbessert habe. Früher sei dies beinahe eine Nullrechnung gewesen.

Mittlerweile habe man die Option zur Kündigung des Mietvertrages mit dem Nutzer der Prunkräume ohne neue Optionsvereinbarung verstreichen lassen. "Es hätte keinen Sinn gemacht, das Ganze durchzupeitschen", so Kretschmer. Schließlich musste man auch den Mietern Sicherheit anbieten können. Zwar würden die Gespräche mit den bisherigen Interessenten weitergeführt und eventuell könne eines Tages daraus auch einmal ein Käufer hervorgehen - der Zeithorizont sei jedoch offen.

Richtpreis lag bei 33 Millionen Euro
Ursprünglich hätte der Verkauf in Form eines "Share Deals" abgewickelt werden sollen, bei dem die Kaufinteressenten ein Angebot zum Erwerb der Gesellschaftsanteile an der Auersperg Real Estate GmbH abgegeben hätten. Die Angebotsfrist hierfür war mit 29. Oktober 2008 angesetzt, worauf bis Anfang November ein Käufer hätte feststehen sollen.

Zu dem 303 Jahre alten Palais Auersperg gehören auch ein 6.000 Quadratmeter großer Park und eine Orangerie, was eine Gesamtgröße von über 9.300 Quadratmetern ergibt. Der Richtpreis war mit 33 Millionen Euro taxiert worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden