Mi, 23. Mai 2018

Strafzettel ignoriert

05.02.2009 10:43

Grazer Parksünderin soll 500 Tage Haft absitzen

Sie sitzt seit dem 7. Jänner in einer Grazer Haftanstalt - und schuld daran ist ein dicker Packen nicht bezahlter Organstrafverfügungen. Obwohl ständig Zettel hinter dem Scheibenwischer steckten, parkte die 38-jährige Grazerin weiterhin frech in den Blauen Zonen und ignorierte rund 700 Zustellversuche. Jetzt soll sie 500 Tage absitzen.

123 "Parkzettel" hatte die Vertragsbedienstete seit 2004 vor dem Wegfahren einfach weggeworfen. Zuerst ging's nur um 30 Euro, am Ende wuchsen die verlangten Bußgelder auf 400 Euro an. Heute beläuft sich der Betrag, den sie dem Grazer Magistrat schuldet, auf gewaltige 25.000 Euro.

Das Geld wollte sie nie zahlen, weil sie sich offenbar nicht als Täterin sieht. Der eigentliche Parksünder sei ihr Lebensgefährte gewesen, verteidigte sich die Frau bei den Vernehmungen. Geglaubt hat's ihr keiner.

Ratenzahlung abgelehnt
Man schlug der 38-Jährigen schließlich vor, ihre Schuld in monatlichen Raten von 800 Euro abstottern zu dürfen, das schlug sie jedoch aus. Als alleinstehende Frau, die für ein Kind zu sorgen hat, wäre dies bei einem Monatseinkommen von 1.100 unmöglich.

"Ersatzfreiheitsstrafe war zu vollstrecken"
Seitens des Gerichts wurde schließlich die Uneinbringlichkeit festgestellt. "Daher und weil sie kein pfändbares Vermögen besitzt", sagt Gottfried Probatschnig vom Straßenamt im Magistrat Graz, "war die Ersatzfreiheitsstrafe von 500 Tagen zu vollstrecken."

Haftunterbrechung unwahrscheinlich
Seit dem 7. Jänner sitzt sie also. Zunächst einmal für 42 Tage. Wenn die Grazerin dann einen Antrag stellt, kann ihr eine sechsmonatige Haftunterbrechung gewährt werden. Während dieser Zeit könnte sie einen Teil der Geldstrafe begleichen und so die ausstehende Gefängniszeit reduzieren. Gut schaut's mit dem Zahlen allerdings nicht aus. Der Dienstgeber denkt nämlich daran, die Parksünderin zu kündigen...

von Werner Kopacka ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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