Fr, 25. Mai 2018

Schwierige Aufgabe

02.02.2009 11:17

Island: Weltweit erste lesbische Premierministerin

Das nach dem Zusammenbruch der konservativ-sozialdemokratischen Regierung Anfang vergangener Woche avisierte rot-grüne Übergangskabinett in Island ist perfekt: Bis zu den Neuwahlen des Parlaments im Frühjahr soll die von der Mitte-orientierten Fortschrittspartei unterstützte Minderheitsregierung unter der Sozialdemokratin Johanna Sigurdardottir versuchen, Wege aus der umfassenden Wirtschaftskrise der Nordatlantikinsel zu finden. Sigurdardottir stellte ihr Regierungsteam am Sonntagabend in Reykjavik vor und wurde sogleich als Premierminsterin vereidigt. Die 66-Jährige ehemalige Flugbegleiterin ist nebenbei die erste bekennende homosexuelle Ministerpräsidentin der Welt.

Die neue Regierung besteht aus zehn Mitgliedern. Die sozialdemokratische Parteichefin und bisherige Außenministerin Ingibjorg Solrun Gisladottir gehört der Übergangsregierung nicht mehr an. Statt ihr übernimmt Össur Skarphédinsson das Außen- und gleichzeitig das Innenressort. Die Sozialdemokraten erhielten auch das Verkehrs- und das Sozialressort.

Die Grünen bekamen neben dem Finanzministerium, das Parteichef Steingrimur J. Sigfusson übernimmt, die Ressorts Gesundheit, Umwelt und Bildung. Das Wirtschafts- sowie das Justizministerium gehen an zwei parteiunabhängige Akademiker.

Ursprünglich hätte das rot-grüne Kabinett bereits am Freitagabend präsentiert werden sollen. In letzter Minute wurden aber Nachverhandlungen mit der Fortschrittspartei notwendig. Die 66-jährige Sigurdardottir (im Bild bei der Schlüsselübergabe im Premierminister-Büro) ist die erste weibliche Ministerpräsidentin in Island und vermutlich weltweit die erste offen in einer Lebensgemeinschaft mit einer Frau lebende Regierungschefin.

Übergangsregierung muss Bankrott abwenden
Als neuer Wahltermin wurde der 25. April vereinbart - um zwei Wochen früher als bisher geplant. Die rot-grüne Regierung will mit Hilfe der Fortschrittspartei in den kommenden 83 Tagen bis zur Wahl unter anderem die Weichenstellung für einen Verfassungskonvent schaffen. In der EU-Frage sind sich die Partner nicht einig.

Die von rund 320.000 Menschen bewohnte Nordatlantikinsel Island ist nach der Notverstaatlichung der drei größten Banken des Landes im vergangenen Herbst und dem rasanten Verfall seiner Währung nur noch mit Hilfe von internationalen Krediten in der geschätzten Gesamthöhe von rund zehn Milliarden Euro zahlungsfähig. Die Wirtschaft Islands stützt sich auf Fischfang, Tourismus und Aluminiumproduktion.

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