So, 19. November 2017

Trittbrettfahrerin?

21.01.2009 14:48

Zweifel an Aussagen von drittem „Priklopil-Opfer“

Das Bundeskriminalamt hat jene Frau aufgespürt, die sich in einem anonymen E-Mail als angebliches Opfer des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil bezeichnete. Die Ermittler haben allerdings "massive Zweifel" an den Anschuldigungen der Frau. Die 47-Jährige behauptete in dem Mail, vor 23 Jahren von Wolfgang Priklopil vergewaltigt worden zu sein. Bei der Einvernahme habe man in mehrerer Hinsicht Ungereimtheiten festgestellt, so BK-Sprecher Helmut Greiner. Das Ergebnis der Ermittlungen wurde an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

In dem E-Mail an das Innenministerium hatte eine gewisse "Sonja" erklärt, vor 23 Jahren in der Mariahilfer Straße in Wien entführt und später in einem Wald von Priklopil missbraucht worden zu sein. Anzeige habe sie keine gemacht und wolle sie auch nicht machen, schrieb die Frau.

Erst Anfang Jänner trat eine junge Vorarlbergerin an die Öffentlichkeit, die Priklopil beschuldigte, sie vor 13 Jahren  in Strasshof (Bezirk Gänserndorf) sexuell bedrängt zu haben. Laut dem BK erstattete die junge Frau 2008 Anzeige, die Niederschrift der Einvernahme wurde an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Wegen Verjährung und da der Beschuldigte bereits tot sei, wurden keine weiteren Schritte eingeleitet, hieß es dort.

Erhebungen im Fall Kampusch noch im Gange
Die im November eingeleiteten neuerlichen Erhebungen rund um den Entführungsfall Kampusch sind noch im Gange. Dabei gibt es noch keine Ergebnisse, nach wie vor müssten Überprüfungen durchgeführt werden. Laut früheren Berichten geht es dabei um Verdächtigungen im Bereich Kinderpornografie, jedoch nicht um Natascha Kampusch, deren Familie oder Menschen aus dem Umfeld Priklopils.

Die heute 20-jährige Natascha Kampusch wurde im Alter von zehn Jahren in Wien auf dem Schulweg entführt und mehr als acht Jahre von ihrem Peiniger in einem Kellerverlies in Strasshof gefangen gehalten. Im August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht, ihr Kidnapper nahm sich daraufhin das Leben.

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